FC Tirol deklassiert Admira Wacker zum Meisterschaftsauftakt

7. Juli 2000, 17:34

Radoslav Gilewicz bewies abermals seinen Torinstinkt


Radoslav hat von seiner Torgefährlichkeit nichts verloren
Innsbruck - Der FC Tirol hat am Dienstag zum Auftakt der max.Bundesliga am Innsbrucker Tivoli einen optimalen Start erwischt und Aufsteiger Admira Wacker Mödling mit 6:1 nach Hause geschickt. Während der Meister gegenüber der 0:2-Niederlage im Supercup gegen den GAK nicht wieder zu erkennen war, präsentierte sich der Aufsteiger in einer erschreckend schwachen Verfassung und kann in dieser Form wohl bereits nach der ersten Runde als heißester Abstiegs-Kandidat gehandelt werden.

Die Hausherren begannen konzentriert, schnürten die Niederösterreicher von Beginn an ein und arbeiteten sich Chance um Chance heraus. Bereits in der dritten Minute hatte Gilewicz nach Kirchler-Eckball und Baur-Verlängerung die Möglichkeit auf die Führung, sein Kopfball ging aber über das Admira-Gehäuse. Aber bereits zwölf Minuten später war der Bann gebrochen. Nach idealer Vorarbeit von Glieder überspielte der Pole Torhüter Ondruska und schob den Ball zum 1:0 über die Linie.

Bereits in der 26. Minute erhöhte Baur per Kopf nach Kirchler-Eckball auf 2:0. Das dritte Tor entsprang einer kuriosen Situation: Gilewicz erwischte einen weiten Pass von Anfang noch vor der Linie, sein Stangl-Pass ging an Ondruska vorbei und erhielt von Admira-Libero Ernst Aigner den entscheidenden Drall, der das Leder über die Linie lenkte.

Das 4:0 durch Mair in der 43. Minute nach einem Alleingang über 25 Meter war der Schlusspunkt einer ersten Halbzeit, in der der Meister zwar überzeugend auftrat, allerdings auch bei den Gästen auf äußerst geringe Gegenwehr stieß. Die Niederösterreicher ließen Kampfgeist und Willen vermissen, mit solchen Auftritten wird das angepeilte Ziel Klassenerhalt nur schwer zu erreichen sein.

In den zweiten 45 Minuten änderte sich vorerst nichts am Spielverlauf, die Tiroler spielten Chancen praktisch im Minutentakt heraus. In der 60. Minute war es wieder der polnische Goalgetter, der die rund 5.00 Fans am Tivoli jubeln ließ und nach idealer Vorarbeit von Anfang das 5:0 erzielte. Danach wurden die Gastgeber etwas nachlässig und schenkten den Admiranern wenigstens den "Ehrentreffer" in der 77. Minute durch Mlinar. In der 89. Minute schließlich machte "Radogol" das Dutzend voll. Nach einem Fehler von Trifkovic überspielte der überragende Mann am Platz Goalie Ondruska und stellte mit seinem dritten Tor den Endstand von 6:1 her.

Zuvor haben die Tiroler im März 1996 beim 6:0 über Ried zuletzt sechs Mal ins Schwarze getroffen. Beim letzten Sieg mit fünf Toren Unterschied (5:0 am 27. Juli über den LASK) war ebenfalls Gilewicz mit drei Treffern der Matchwinner gewesen.


Stimmen

Kurt Jara (FC-Tirol-Coach): "Heute hat alles gepasst. Wir haben 80 Minuten Druck gemacht, ein spielerisches Feuerwerk abgebrannt und dabei auch in der Abwehr konsequent gespielt. Jetzt habe ich auch den Vorteil, über einen großen Kader zu verfügen. Früher musste ich immer einen Jungen bringen und hoffen, dass er keine Fehler macht. Nun habe ich Spieler zur Verfügung, die nach ihrer Einwechslung noch den Druck erhöhen können. Dieser Sieg war wichtig für unser Selbstvertrauen, wir haben gezeigt, dass die Konkurrenz wieder mit uns rechnen muss."

Milan Miklavic (Admira-Coach): "Hoffentlich ist diese Niederlage zum richtigen Zeitpunkt gekommen und weckt uns rechtzeitig auf. Ich kann meinen Spielern keinen Vorwurf machen, sie haben alles gegeben. Aber heute haben sie eben den großen Unterschied zwischen Erster Division und Bundesliga zu spüren bekommen."


1. Runde

FC Tirol - Admira Wacker Mödling 6:1 (4:0). Tivoli, 5.000, Schiedsrichter Brugger.

Torfolge: 1:0 (15.) Gilewicz 2:0 (26.) Baur 3:0 (34.) E. Aigner (Eigentor) 4:0 (43.) Mair 5:0 (63.) Gilewicz 5:1 (76.) Mlinar 6:1 (89.) Gilewicz

FC Tirol: Tschertschessow - Barisic - W. Kogler (46. Prudlo), Knavs - Mair, Kirchler, Baur (68. Alfred Hörtnagl), Anfang, Wazinger - Glieder (55. Brzeczek), Gilewicz

Admira Wacker Mödling: Ondruska - E. Aigner - Fellner, Swoboda - Trifkovic, Ozegovic, Suchard (46. Mlinar), Micheu, Linimair - Bozgo, Markovic (55. Oerlemans)

Gelbe Karten: keine bzw. Mlinar

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