Belgische Zeitungen klagen erfolgreich gegen Google

Redaktion, 19. Dezember 2006, 14:46

US-Konzern legt Einspruch ein: Zeitungen wollen von Erfolg der Suchmaschine profitieren - Gericht entscheidet erst 2007

In Belgien haben Zeitungen erfolgreich den Suchmaschinen-Betreiber Google geklagt. Die in Belgien für den Schutz des Urheberrechts zuständige Gesellschaft Copiepresse erreichte vor Gericht, dass Google die Inhalte frankophoner und deutschsprachiger belgischer Zeitungen von seinen Seiten entfernen muss. Andernfalls hätte dem Such-Giganten aus den USA eine Strafe von einer Mio. Euro pro Tag gedroht. Google hat gegen das Urteil Einspruch eingelegt.

Vorwurf

Copiepresse wirft Google vor, die Zeitungsinhalte abzufischen und sie dann den Internetnutzern jederzeit kostenlos zur Verfügung zu stellen. Die Vertreter der belgischen Presse bekräftigten dabei ihre Vorwürfe: Die Suchmaschine habe unerlaubt Artikel, Fotos und Grafiken der betroffenen Zeitungen veröffentlicht, ohne dies zu vergüten.

Thema sei nicht der Schutz von Urheberrechten, sondern Geld, erklärte dagegen der Anwalt der weltweit erfolgreichsten Suchmaschine, Erik Valgaeren, am Freitag bei einer Anhörung vor Gericht in Brüssel. "Wenn jemand verlangt, dass wir ihn von unserem Service entfernt, tun wir das."

Vorschläge

Google sei aber "immer offen, seine Beziehungen zu Autoren zu verbessern". "Wir versuchen, den Dialog wieder aufzunehmen", betonte der US-Konzern. An einen Schaden für die Reputation von Google News durch den Prozess glaubt der Konzern nicht. "Dieser Fall in Belgien hat eine Debatte in Europa ausgelöst, aber stellt die Aktivität nicht in Frage", sagte Yoram Elkaim von Google Frankreich. Das Brüsseler Gericht will über den Einspruch des Konzerns erst im nächsten Jahr entscheiden.

Die flämischsprachige Presse hat sich an dem Vorgehen gegen Google zunächst nicht beteiligt. Die Verwertungsgesellschaften Sofam für Fotografen und Scam für den audiovisuellen Sektor kündigten unterdessen an, sie hätten sich finanziell mit Google geeinigt und sähen deshalb von rechtlichen Schritten gegen das Unternehmen ab. Einzelheiten dieser "versuchsweisen" und "vertraulichen" Vereinbarung wollten sie ebenso wie die Google-Vertreter aber nicht nennen. Google erwirtschaftete nach eigenen Angaben im dritten Quartal 2006 rund 733 Mio. US-Dollar Gewinn nach Steuern. (APA/Reuters)

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Google

gratis werbung

was ich nicht verstehe. Google macht für die Zeitungen gratis werbung, ich selbst nutze google news und bin da schon auf die eine oder andere (gute) Online Zeitung gestoßen von der ich bis jetzt nichts wußte.

Da soll man mal die Presse-Leute verstehen.

jaja, die neue weltherrschaft

wird von google ausgehen :-) im ernst, es wird langsam erschreckend, welche züge das annimmt. klar ists praktisch auf knopfdruck informationen zu kriegen. wenn aber einer die totale kontrolle über die weltweite information besitzt, wirds bedenklich. und bis es soweit sein wird, wirds wohl nimmer so lang dauern.

übrigens, wer hat denn diesen kryptischen satz gebaut?: "Wenn jemand verlangt, dass wir ihn von unserem Service entfernt, tun wir das."

Die totale Kontrolle über Informationen besitzt kein google der Welt und wird auch nach heutigen Gesichtspunkten niemand besitzen.

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