mitraucher

24. November 2006, 18:26
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...die unterstellung der kettenraucher, dass mitraucher schmarotzer seien, ist im hinblick auf die folgen des mitrauchens haltlos...

ein vertreter der tabakindustrie erklärte mit dem

strahlenden lächeln gediegener werbespots, dass es

nun endgültig bewiesen sei: das rauchen ist

gegenüber dem mitrauchen geradezu gesund. die

negative wirkung für die mitraucher läge in den

homöopathischen dosen, in den winzigen quantitäten,

so dass man eigentlich nur, vernunft vorausgesetzt,

zum kräftigen kettenrauchen mit lungenzügen

auffordern sollte. und, sein lächeln wurde noch

strahlender, die raucher hätten bereits auf diese

tatsache reagiert und begännen sich zu organisieren.

als lebensgefährten kämen für kettenraucher nur

mehr raucher in frage, was zur gründung

entsprechender clubs für gesunde partnerschaften

führte. schließlich könne man keinem raucher

zusätzlich das risiko des mitrauchers zumuten. es

könne kein raucher in kauf nehmen, dass bei

asymmetrischen partnerschaften, der mitraucher

früher zum pflegefall werde, was eine solche

lebensgemeinschaft enorm belasten würde. die

mitraucher haben aus diesen wissenschaftlichen

erkenntnissen noch keine konsequenzen gezogen,

was ein zeichen mehr für das bedeutend höhere

gesundheitsbewusstsein der raucher sei.

allerdings: die unterstellung der kettenraucher,

dass mitraucher schmarotzer seien, ist im hinblick auf

die folgen des mitrauchens haltlos. ein wesentlicher

aspekt wurde allerdings bei diesen gesundheitspolitischen überlegungen übersehen: auch die raucher sind

mitraucher und in dieser hinsicht besonders

gefährdet, weshalb von seiten der raucher immer

mehr nichtraucherzonen gefordert werden. (Friedrich Achleitner/ DER STANDARD, Printausgabe, 25./26.11.2006)

  • Bild nicht mehr verfügbar

    Plakat zum Weltnichtrauchertag 1997 in den Niederlanden

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