Experten für faire Bedingungen für Studenten aus Entwicklungsländern

13. Februar 2007, 16:58
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"Positionspapier Bildungszusammenarbeit" präsentiert: Probleme bei Aufenthaltserlaubnis und Studienförderung lösen

Wien - Faire Zugansmöglichkeiten zu Österreichs Universitäten speziell auch für Lernwillige aus Entwicklungsländern fordert die überparteiliche, Fach und Ressort übergreifende Plattform "Runder Tisch-Bildungszusammenarbeit" in einem am Freitag in Wien präsentierten "Positionspapier Bildungszusammenarbeit". Nicht zuletzt durch die Umstrukturierungen an den österreichischen Universitäten hätten sich die Bedingungen für Studenten aus ärmeren Ländern deutlich verschlechtert, bemängelte Erich Thöni vom Österreichischen Austauschdienst (ÖAD) bei einer Pressekonferenz.

Aufenthaltserlaubnis

Die Hürden für Studierwillige aus außereuropäischen Ländern und speziell aus Entwicklungsländern beginnen zumeist schon beim Versuch, eine Aufenthaltserlaubnis zu bekommen. Deren Erteilung sei für die einzelnen Länder teilweise völlig unterschiedlich und nicht wirklich nachvollziehbar, so Thöni. Für einige Staaten würden laut Berichten derzeit überhaupt keine Aufenthaltsgenehmigungen für Studenten erteilt, sagte Josef Erbler vom Kontaktkomitee Studienförderung Dritte Welt (KKS).

Intransparente Zugangsregelungen

Weitere, erhebliche Hürden gebe es durch die neuen Zugangsbeschränkungen und teils völlig undurchsichtige Praktiken bei der Anrechnung von Zeugnissen und Vorstudien, so Thöni. Ein besonderes Problem sei die Anrechnung von in den Heimatländern abgelegten Prüfungen im Quoten-geregelten Fach Medizin. Vielfach würden diese überhaupt negiert, wenn überhaupt möglich, könne ein Student nur völlig von vorne beginnen. Ist diese Hürde genommen, so haben Studenten aus ärmeren Ländern mit Studiengebühren und Arbeitsverbot in Österreich zu kämpfen.

"Hochschule neu"

Die Studienautoren fordern daher eine "Hochschule neu". Für diese müsse es im eigenen Interesse und selbstverständlich sein, "Repräsentanten aus wesentlichen Teilen der Welt" unter einem Dach zu vereinen. Globale Probleme dürften nicht ausgeblendet werden, Forschung und Lehrer müssten sich den Anforderungen stellen. Nicht zuletzt sei ein "Internationaler Hörsaal" auch ein Gewinn für Österreich.

Die Plattform "Runder Tisch-Bildungszusammenarbeit" besteht aus verschiedenen, mit Entwicklung und Bildungsfragen befassten Organisationen sowie Vertretern aus Ministerien. (APA)

  • Durch "Bildungszusammenarbeit" soll ausländischen Studierenden der Einstieg erleichtert werden.
    foto: standard

    Durch "Bildungszusammenarbeit" soll ausländischen Studierenden der Einstieg erleichtert werden.

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