SP-Niederwieser befürchtet "Totsparen" im Bildungsbereich

7. Juli 2000, 12:50

VP-FP-Koalition zerstöre Errungenschaften sozialdemokratischer Politik

Wien - Ein "Totsparen dort, wo in die Zukunft investiert werden soll" befürchtet SPÖ-Wissenschaftssprecher Erwin Niederwieser. Es sei zwar erfreulich, dass laut Bildungsministerin Elisabeth Gehrer (V) das heimische Bildungssystem im europäischen Spitzenfeld liege. "Ich befürchte aber, dass wir nach vier Jahren FPÖ-ÖVP-Koalition am unteren Ende der Skala sein werden", so Niederwieser am Freitag in einer Aussendung.

"Die jetzige Bundesregierung ist mit Eifer dabei, in wenigen Jahren zu zerstören, was in 30 Jahren sozialdemokratischer Bildungspolitik aufgebaut wurde", kritisierte der SPÖ-Wissenschaftssprecher. Überall, wo er hinkomme, höre er Klagen Betroffener über Einsparungen im Bildungsbereich. So werde etwa das Fehlen von Fachliteratur oder notwendiger Forschungsgeräte bemängelt.

Auch die internationale Isolierung im Wissenschaftsbereich, die etwa durch Absagen von Kongressen spürbar werde, sei nicht von Vorteil für das Bildungssystem, so Niederwieser. Die von Finanzminister Karl-Heinz Grasser (F) geplanten Einsparungen im Schulsektor würden darauf hinauslaufen, dass beim Unterrichtsbudget eine Reduktion von über zehn Prozent zu erwarten sei - "auch wenn sich Gehrer mit Händen und Füßen dagegen wehrt". Diese geplanten Einsparungen seien laut Niederwieser aber nur mit "einschneidenden Maßnahmen" bei den Lehrergehältern möglich, was zu Konflikten zwischen Lehrergewerkschaftern und Regierungsvertretern "auf dem Rücken der Kinder" führen werde.(APA)

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