Früherkennung von Down-Syndrom

7. Juli 2000, 13:21

Eine neue Screening-Methode ermöglicht früh Hinweise auf eine Chromosomenstörung beim Fetus

Innsbruck - Die Messung der "Nackentransparenz" ist eine vielversprechende neue Screening-Methode, um möglichst früh Hinweise auf eine Chromosomenstörung beim Fetus zu erhalten. Die risikolose Untersuchung in der 11. bis 14. Schwangerschaftswoche wird in dieser Form weltweit nur an wenigen Zentren, unter anderem an der Universitätsklinik für Frauenheilkunde Innsbruck angeboten. Diese veranstaltet an diesem Wochenende ein Intensivseminar für ÄrztInnen, um die Methode künftig möglichst flächendeckend anbieten zu können.

"Bei der Erkennung des 'Down-Syndroms' liegt die Trefferquote bei dieser Methode bei mehr als 80 Prozent", erklärte Univ.-Prof. Christian Marth, Vorstand der Uni-Klinik für Frauenheilkunde am Freitag bei einer Pressekonferenz in Innsbruck. Die "Nackentransparenz" beschreibt die maximale Ausdehnung der Flüssigkeitsansammlung zwischen Haut- und Weichteilgewebe über der Halswirbelsäule des Embryos. Der ideale Zeitpunkt für die Messung ist zwischen der 11. bis 14. Schwangerschaftswoche. Durch die einmalige Untersuchung könnten zudem der Geburtstermin genau bestimmt und viele wesentliche Fehlbildungen des werdenden Kindes bereits ausgeschlossen werden.

Risiko-Einschätzung

Die neue Ultraschallmethode soll in Zukunft allen schwangeren Frauen - unabhängig von ihrem Alter - zur individuellen Risiko-Einschätzung angeboten werden. Bisher waren chromosomale Störungen nur bei Frauen über 35 Jahren durch eine Fruchtwasserpunktion abgeklärt worden. Das Risiko dieses invasiven Eingriffes ist allerdings relativ hoch: In einem von 100 Fällen sei dabei mit einer Fehlgeburt zu rechnen, erläuterte Marth. Entdeckt wurden jedoch nur maximal 40 Prozent aller "Down-Syndrom"-Fälle. Durch die "Nackentransparenz"-Messung müssten in Zukunft nur mehr jene Frauen punktiert werden, die auch tatsächlich ein erhöhtes Risiko haben.

Zu dem Intensivseminar werden rund 200 FachärztInnen aus Österreich, Deutschland, der Schweiz und Südtirol erwartet. Hauptreferent ist Univ.-Prof. Kypros Nicolaides vom King's College Hospital in London, der die Nackentransparenz-Messung entwickelt hat. Organisiert wurde das Seminar von Univ.-Doz. Peter Schwärzler, der zwei Jahre am King's Collage Hospital gearbeitet und die neue Methode in der Folge vor rund einem Jahr in Innsbruck eingeführt hat. Die "Nackentransparenz"-Messung wird derzeit an der Universitätsklinik Innsbruck im Rahmen einer Spezialambulanz angeboten. (APA)

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