Schleppe-Alm-Betreiber im Konkurs

20. März 2007, 12:51
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Freizeitspaß auf Klagenfurter Ski-Hausberg soll aber weiter möglich sein

Klagenfurt - Pleite ist die Betreibergesellschaft des Klagenfurter Wintersport-Hausberges Schleppe-Alm. Mit dafür verantwortlich wird der bisherige Geschäftsführer gemacht, dem Veruntreuungen angelastet werden. Trotz der Zahlungsunfähigkeit soll der Betrieb aber im Dezember weitergehen.

Laut Kreditschutzverband von 1870 ist die "Fun-Park Schleppe-Alm GesellschaftmbH" mit 4,65 Mio. Euro (Aktiva von rund 1,015 Mio. Euro und Passiva von rund 1,480 Mio. Euro) überschuldet. Das Konkursverfahren wurde am Donnerstag am Klagenfurter Landesgericht eröffnet. 125 Gläubiger warten auf ihr Geld. Johann Stockbauer, Chef der "Kärntner Brauereien AG", die sich die Eigentümerschaft über das Skigebiet mit den "Bad Kleinkirchheimer Bergbahnen" teilt, versichert aber, dass der Betrieb weitergehen werde. Man habe immerhin zwei Mio. Euro investiert.

Bilanzprüfung

Völlig überraschend war im September die Schleppe-Alm-Geschäftsführung ausgetauscht worden. Nach einer Bilanzprüfung waren finanzielle Ungereimtheiten an den Tag gekommen. Ein "nicht unwesentlicher Betrag" soll fehlen und die Staatsanwaltschaft wurde eingeschaltet.

Malversationen

Wörtlich heißt es zur Insolvenzursache laut Konkursantrag: "Bis einschließlich des Geschäftsjahres 2004 hatte die Gesellschaft positives Eigenkapital. Ab 30. September 2005 führte jedoch der frühere Geschäftsführer keine Buchhaltung mehr. Darüber hinaus machte er sich schwerer Malversationen bei der Abrechnung des Kärntner Skipasses schuldig. Daraus hätten sich erhebliche Einnahmenausfälle für die Gesellschaft ergeben. Durch Manipulationen an der Abrechnungskasse und durch das Löschen von Datensätzen in der Software der Kärntner Skipässe, die von der Gesellschaft mit einem Verkaufspreis von rund 231.000 Euro verkauft wurden (derzeitiger Ermittlungsstand), waren diese im Abrechnungssystem nicht als verkauft ersichtlich und wurden diese Einnahmen nicht weitergeleitet, sondern vom ehemaligen Geschäftsführer einbehalten."

Weiter heißt es, dass der Ex-Geschäftsführer teilgeständig, das fehlende Geld jedoch nicht mehr vorhanden sei. Die Abrechnungsmanipulationen würden sich aber nicht nur auf den Kärntner Skipass erstrecken, sondern auch auf die Abrechnungen der direkten Lift-Einnahmen sowie der Gastronomie- und Skikurseinnahmen. Eine Strafanzeige sei erstattet worden. "Die Summe dieser Umstände hat nun zur Insolvenz geführt", heißt es im Konkursantrag.

Betrieben werden auf dem Gelände der im nördlichen Randbereich von Klagenfurt gelegenen "Schleppe Alm" Skipisten mit einer Vierer-Sesselbahn und einer Schleppliftanlage, Rodelstrecken, Einrichtungen für Kinder und Freestyle-Snowboarder sowie eine Skischule und Gastronomieeinrichtungen. (APA)

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