Tageszeitungen nach "Österreich"-Start stabil

26. Februar 2007, 12:29
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Auflagenliste für das dritte Quartal veröffentlicht - Verluste bei den Wochentiteln - Verkaufsteigerungen bei "Seitenblicke Magazin" und "ORF Nachlese"

Die Österreichische Auflagenkontrolle (ÖAK) hat die Auflagenliste für das 3. Quartal 2006 - also die Monate Juli bis September - veröffentlicht. Obwohl ein Drittel dieses Zeitraums durch den von heftigen Marketingaktivitäten begleiteten Start der neuen Tageszeitung "Österreich" am 1. September im Zeichen verschärfter Konkurrenz stand, blieben die etablierten Tageszeitungen im Verkauf in Summe konstant. Etliche Titel konnten sogar zulegen. Verluste gab es hingegen - mit Ausnahme der "Furche" - bei den Wochentiteln.

Plus für "Kleine Zeitung"

Die größeren und kleineren Retouchen mancher Tageszeitungen und die verstärkten Werbeaktivitäten auf Grund des belebten Konkurrenzumfeldes dürften ihre Wirkung bei den Lesern nicht verfehlt haben. Ein deutliches Plus im Vergleich zum 3. Quartal 2005 konnte etwa die "Kleine Zeitung" verbuchen, die den Verkauf um 3.774 Stück von 264.253 auf 268.027 steigerte.

STANDARD verkaufte mehr

Auch der STANDARD verkaufte deutlich mehr Exemplare als im Vorjahr, nämlich um 3.484 Stück (von 69.067 auf 72.551).

Die "Presse" steigerte die verkaufte Auflage trotz geringerer Druckauflage um 2.010 Stück auf 78.493 und auch die "Oberösterreichischen Nachrichten" wurden im 3. Quartal 2006 ebenfalls häufiger (104.356, plus 1.456 Stück) verkauft als im Vorjahr.

Prozentuell größte Gewinnerin im Bereich der Tageszeitungen ist die "Neue - Zeitung für Tirol", die ihren Verkauf um 5.464 Stück von 8.666 auf 14.130 steigerte, und das bei einer geringeren Gesamtauflage.

"Krone" und "Kurier" konstant

"Kronen Zeitung" und "Kurier" hielten ihren Verkauf konstant. Die "Krone" legte um 318 Exemplare zu und bleibt mit 852.715 unangefochten größte Tageszeitung des Landes. Der "Kurier" verlor im Durchschnitt nur 155 kaufwillige Leser und verzeichnete 172.349 verkaufte Exemplare.

SN verlor leicht

Die "Salzburger Nachrichten" verloren leicht um 380 Stück und kam auf 70.302 verkaufte Stück.

Bei der "Tiroler Tageszeitung" waren die Verkaufszahlen um 352 Stück rückgängig. In Summe wurden 88.610 Zeitungen verkauft. Die "Vorarlberger Nachrichten" verkauften 64.536 Ausgaben und damit um 117 Exemplare weniger. Die "Neue Vorarlberger Tageszeitung" setzte 6.852 Stück (minus 61) ab. Den größten Rückgang verzeichnete das "WirtschaftsBlatt" (23.870, minus 1.786).

Fazit: Der Start der Tageszeitung "Österreich" schlägt sich bisher nicht negativ in den Verkaufszahlen der übrigen Tageszeitungen nieder. Klarere Tendenzen werden freilich erst die Ergebnisse für das vierte Quartal der Auflagenkontrolle bringen, die im Februar veröffentlicht werden. Dann wird es auch erste harte Zahlen - "Österreich" nimmt an der ÖAK teil - für das Fellner-Blatt geben.

Auf dem Wochenzeitungssektor legte einzig die "Furche" im Gesamtverkauf zu und zwar um 638 Stück.

Rückgänge bei NÖN, OÖ Rundschau und NÖ Rundschau

Deutliche Rückgänge gab es bei den "NÖN" (minus 1.242), der "Niederösterreichischen Rundschau" (minus 2.460) und der "Oberösterreichischen Rundschau" (minus 2.775).

Bei den Publikumszeitschriften und Magazinen fällt vor allem das im Februar 2005 neu gestartete "Seitenblicke Magazin" mit seinen 68.613 Stück Gesamtverkauf auf, was einen Zuwachs gegenüber dem 3. Quartal 2005 von 20.239 Exemplaren bedeutet.

Ebenfalls gewonnen hat die "ORF Nachlese", die den Verkauf um 13.058 auf 62.806 Stück steigerte. "Die Ganze Woche" erzielte eine Verkaufsauflage von 328.907 (minus 8.536). Einbußen gab es auch für die "Sportwoche" (minus 2.105) und das "Sportmagazin" (minus 4.994) sowie für den "Gewinn" (minus 1.563). (APA)

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    foto: derstandard.at/eder
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