12. Februar 2007, 10:34
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Wien - Die OMV stellt der Montan-Universität Leoben von 2007 bis 2010 insgesamt zwei Millionen Euro zur Verfügung, um damit den Ausbildungszweig "Petroleum Engineering" sowohl qualitativ als auch quantitativ auszubauen. Nicht zuletzt soll die Zahl der Absolventen von derzeit rund 30 auf 50 gesteigert werden. "Die Bedingungen für das Auffinden neuer Vorkommen einerseits und das Ausbeuten bestehender, reifer Felder andererseits werden immer schwieriger, dafür brauchen wir bestens ausgebildete Experten", sagte dazu der für den Bereich E&P zuständige OMV-Vorstandsdirektor Helmut Langanger bei einer Pressekonferenz am Mittwoch in Wien.

AbsolventInnen bei OMV

Derzeit arbeiten bei der OMV rund 100 Diplom-Ingenieure der Montan-Uni, in den kommenden Jahren werde man jährlich rund 15 Erdöl-Ingenieure aufnehmen können. Konkret befürchtet man bei der OMV auf Grund der Altersstruktur der im Dienst befindlichen Erdöl-Ingenieure einen Engpass an qualifizierten Experten. "In rund zehn Jahren wird ein substanzieller Teil altersbedingt ausscheiden und es kommt derzeit relativ wenig Nachwuchs nach", so Langanger. Dies betreffe nicht nur die OMV, sondern praktisch ganz Europa und Nord-Amerika.

Rohstoffingenieure nicht "in"

Als Ursache für die Entwicklung sieht der Experte unter anderem die bis vor wenigen Jahren geltende Annahme, dass Rohstoffe in Zukunft weniger Bedeutung haben würden und dass Öl und Gas zur Neige gingen. "Es war nicht 'in', Rohstoffingenieur zu werden", so Langanger. Der OMV-Manager zitierte Prognosen, wonach es bis zum Jahr 2030 eine Steigerung der täglichen Erdöl-Förderung von derzeit rund 85 Millionen Fass auf rund 120 Millionen Fass geben werde. Die Betätigungsfelder von Förder-Experten würden also eher zu- als abnehmen.

Rückgang bei Studierenden

In den vergangenen Jahren sei die Zahl der Studenten im Bereich Petroleum Engineering weltweit um rund 80 Prozent zurück gegangen, so Langanger weiter. An der Montan-Uni Leoben gelang es, entgegen diesen internationalen Trend, die Zahl der jährlichen Absolventen von rund zwölf auf derzeit rund 30 zu steigern, nun sollen aber 50 Absolventen pro Jahr angestrebt werden, so der Rektor der Montan-Uni, Wolfhard Wegscheider.

Generationswechsel in Forschung und Lehre

Die von der OMV zur Verfügung gestellten Mittel, die durch die europäische Industrie noch verdoppelt werden sollen, werden laut Wegscheider vor allem in exzellentes Lehr- und Forschungspersonal investiert werden. Auch bei den Professoren und Dozenten sei in den kommenden Jahren ein Generationswechsel zu erwarten. Auf Grund der ausgezeichneten Job-Situation für Erdöl-Wissenschafter in der Industrie sei es schwierig, die besten Leute an der Uni zu halten. Das ambitionierte Ziel von Wegscheider lautet, die Montan-Uni europaweit zur Nummer eins in puncto Erdöl-Ingenieursausbildung zu machen. Weltweit möchte man unter die Top drei. (APA)

  • An der Montan-Uni sollen mehr ErdölwissenschafterInnen ausgebildet werden.
    foto: standard/utri

    An der Montan-Uni sollen mehr ErdölwissenschafterInnen ausgebildet werden.

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