US-Aktienmärkte: Strategie Dezember

22. März 2007, 13:43
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2006 verlief bisher an den US-Börsen sehr erfolgreich, auch für die verbleibenden Wochen des Jahres sind die Prognosen sehr optimistisch - Analyse von Stephan Lukesch

Das Jahr 2006 verlief bisher an den US Börsen sehr erfolgreich, und auch für die verbleibenden Wochen des alten Jahres sind die Prognosen sehr optimistisch. Die Anleger stützen sich dabei auf das anhaltend robuste Gewinnwachstum der Unternehmen, die gefallenen Energiepreise und nicht zuletzt auf die Zinspolitik der US Notenbank, die zumindest im Moment keine weiteren Anhebungen signalisiert. Außerdem sind November und Dezember üblicherweise starke Börsenmonate, weshalb das vierte Quartal auch im langjährigen Schnitt das beste für die Aktienkurse ist. Ein wenig für Verunsicherung haben noch die Kongresswahlen Anfang November gesorgt. Tatsächlich konnten die Demokraten erstmals seit 1994 sowohl im Repräsentantenhaus als auch im Senat die Mehrheit erringen. Die Wall Street, die traditionell eher den Republikanern zugeneigt ist, zeigte sich vom Sieg der Demokraten aber bis jetzt ziemlich unbeeindruckt. Bleibt die Frage, welche Faktoren das derzeit starke Momentum der US Aktien stören könnten.

Zinspolitik

Da wäre zunächst einmal die Zinspolitik der Fed. Zwar hoffen die Anleger auf eine möglichst baldige Zinssenkung, und die jüngsten Inflationsdaten würde eine solche auch durchaus nahe legen. Das Protokoll der jüngsten Fed Sitzung zeigt aber ganz eindeutig, dass man sich über die Inflation immer noch Sorgen macht und daher die Zinsen nicht so schnell senken möchte. Das anhaltend starke Gewinnwachstum könnte im Zuge der wirtschaftlichen Abkühlung auch etwas unter Druck geraten. Im Jahr 2005 betrug das Gewinnwachstum im S&P 500 noch 20 %, heuer sind es 15 Prozent, für 2007 werden aber "nur" mehr 9,5 Prozent erwartet. Das ist zwar eine Steigerungsrate über dem langjährigen Durchschnitt, aber gegenüber den Vorjahren eben doch ein relativ deutlicher Rückgang.

Was natürlich früher oder später auch für eine Konsolidierung an der Wall Street spricht, ist die Dauer des Bullenlaufes. Absehen von dem Rücksetzer im heurigen Frühjahr läuft die aktuelle Rallye nun schon seit über vier Jahren. Eine länger anhaltende Rallye gab es im 20. Jahrhundert nur zweimal, einmal davon in den 90er Jahren.

Faktoren, die die Börse unterstützen

Dennoch gibt es durchaus auch Faktoren, die die Börse im Moment stark unterstützen. In den USA haben die Fusionen heuer mit einem Volumen von 1,44 Billionen Dollar den höchsten Wert seit dem Jahr 2000 erreicht. In 30 Prozent der Übernahmen treten Private Equity Firmen als Käufer auf, was weiterhin für die attraktive Bewertung der Aktien spricht. Außerdem gibt der Emissionsmarkt heuer ein starkes Lebenszeichen. Die New Yorker Energiebörse Nymex ging letzte Woche an die Börse. Der Emissionskurs lag bei 59 $, das Papier ging am ersten Handelstag bei sage und schreibe 132 $ aus dem Handel.

Für den Moment scheint also wenig die traditionelle "Santa Claus Rallye" an den US Märkten zu stören. Insofern sind wir auch für die verbleibenden Handelswochen des Jahres 2006 durchaus optimistisch. Wir geben aber weiterhin zu bedenken, dass im Falle einer Stimmungseintrübung das Potenzial für eine Korrektur durchaus gegeben ist.

Der Autor ist Analyst bei BA-CA Asset Management

Alle Angaben trotz größter Sorgfalt ohne Gewähr. Die Informationen beruhen auf Quellen, die wir für zuverlässig erachten. Eine Garantie für deren Richtigkeit oder Vollständigkeit kann ebenso wenig übernommen werden wie für das Eintreten der Prognosen. Alle Meinungsaussagen geben lediglich die aktuelle Einschätzung der Autoren wieder, die sich ohne vorherige Ankündigung wieder ändern kann.
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    Für den Moment scheint wenig die traditionelle "Santa Claus Rallye" an den US Märkten zu stören.

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