Schneemangel zu Saisonbeginn

16. Jänner 2007, 12:01
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Österreichs Skiregionen warten bei warmen Temperaturen zu Saisonbeginn noch immer auf Schnee. Man bleibt aber optimistisch

Wien/Bregenz/Innsbruck/Salzburg/Linz/St. Pölten/Klagenfurt/Graz - Den österreichischen Skiregionen fehlt kurz vor dem Start der Wintersaison noch Entscheidendes: der Schnee. Auch waren die Temperaturen bisher zu warm, um die weiße Pracht künstlich herzustellen. Den Optimismus der Tourismus-Verantwortlichen kann dieser Mangel derzeit noch kaum trüben, wie eine Rundfrage der APA am Mittwoch ergab. Zudem wurden die ersten Schneeflocken gesichtet.

Im bekannten Wintersportort Lech am Arlberg war man vorsichtig optimistisch, was den geplanten Saisonstart am 1. Dezember angeht. In Lech habe es in dieser Nacht zu schneien begonnen, zur Zeit lägen rund 15 Zentimeter. Lech-Zürs Tourismus erklärte, man warte die Entwicklung der Temperaturen ab und werde Anfang nächster Woche über den Saisonstart entscheiden. Es fehle nur noch ausreichend Schnee, ansonsten sei man für die Saison bestens gerüstet. Bleiben die Temperaturen niedrig, kann in dem Vorarlberger Nobel-Skigebiet mit rund 300 Schneekanonen nachgeholfen werden.

Im Bregenzerwald ist Schnee derzeit noch Mangelware, die Tourismus-Verantwortlichen zeigten sich auf APA-Anfrage aber optimistisch, dass der geplante Saisonstart am 8. Dezember hält. Neben der Hoffnung auf Schneefälle gründete die Zuversicht vor allem auch auf die kälter werdenden Temperaturen. "Das macht eine künstliche Beschneiung möglich", sagte Ulrike Marte vom Tourismusverband Bregenzerwald.

Trotz Wetterkapriolen ist man im Tiroler Ötztal ebenfalls für den Winter optimistisch. "Wir sind am Weg der Normalisierung", hieß es auf APA-Anfrage beim Ötztal Tourismus in Sölden. Im Oktober habe man noch wetterbedingt ein Gästeminus von 43 Prozent hinnehmen müssen. Erstmals hatte sogar der traditionelle Ski-Weltcup-Auftakt mangels Schnee abgesagt werden müssen. "Der November ist zwar später als sonst angelaufen, inzwischen herrschen am Gletscher aber hervorragende Bedingungen". Im Tal habe es ebenfalls geschneit. Auch der Einsatz von Schneekanonen sei nun auf Grund der Temperaturen möglich.

Seit zwei Wochen stehen die Schneekanonen in den Salzburger Wintersportzentren Flachau und Zell am See still. Obwohl es in der Nacht in den oberen Lagen geschneit hat, sind die Temperaturen zu mild, um die Kanonen und Lanzen anzuwerfen. Die Schmittenhöhenbahnen AG in Zell am See müssen ihren für kommendes Wochenende geplanten Saisonstart verschieben. "Begeistert sind wir nicht, aber es ist noch nichts aus der Zeit. Wir sind nach wie vor zuversichtlich, dass es Anfang Dezember losgehen kann", hofft Bergbahnen-Direktor und Salzburgs Seilbahnen-Chef Ferdinand Eder auf eine alte Bauernregel.

Nervosität macht sich auch bei den Bergbahnen Flachau im Skigebiet Amade breit. "Auf 1.600 Meter Seehöhe hat es minus zwei Grad. Wir können nicht beschneien", erklärte Pressesprecherin Bettina Plank. Auf den Pisten im oberen Bereich liegt noch 35 bis 40 Zentimeter Kunstschnee. Der Neuschneezuwachs über Nacht betrug dort fünf Zentimeter. "Wir hoffen dennoch, dass wir bis zum 1. Dezember mit fast allen Liften aufsperren können." Abgesehen vom Gletscherskigebiet auf dem Kitzsteinhorn kann man in Salzburg laut Eder derzeit nur in Obertauern Ski fahren. Dort waren am Mittwoch bei Schneefall fünf Anlagen in Betrieb. Am Freitag werden noch mehr Lifte aufgesperrt, hieß es. "Wir fürchten den Fön nicht." (APA)

  • Aufgrund der milden Temperaturen stehen im Moment auch viele Schneekanonen still.
    foto: tiscover.at

    Aufgrund der milden Temperaturen stehen im Moment auch viele Schneekanonen still.

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