Der weiße Tod

16. Jänner 2007, 12:01
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Die Zahl der Lawinenopfer stieg im Vorjahr von 8 auf 48 Personen. Die richtige Ausrüstung und umfassende Schulungen können Unfälle vermeiden

Die Wintersaison 2004/2005 forderte in Österreich insgesamt 48 Opfer. Das sind beinahe gleichviel wie im Winter 1998/99, als 50 Menschen ums Leben gekommen sind. Jedoch gab es im Vorjahr keine Großschadenslawinen, dafür stieg die Anzahl der Lawinenereignisse. 148 Unfälle mit Personenbeteiligung wurden verzeichnet, davon wurden 72 Personen verletzt und 48 Menschen getötet.

Ein Grund für den Anstieg der Lawinenopferzahl ist mit Sicherheit die Zunahme an Wintersportlern, die sich im freien Schiraum aufhalten. Auch die Zahl der Tourengeher hat sich in den letzten Jahren vervielfacht. Weiters spielte das Wettergeschehen im Jahr 2004/05 eine wesentliche Rolle und auch der Schneedeckenaufbau war in der Vorjahressaison über Wochen hinweg besonders schlecht. Nicht zuletzt sind es aber oft die Wintersportler selber, die sich durch unvernünftiges Verhalten Gefahren aussetzen. So trägt etwa nur jeder Dritte Schitourengeher ein LawinenVerschüttetenSuchgerät (LVS-Gerät), beim Variantenfahren ist überhaupt nur einer von drei mit dieser lebenswichtigen Vorrichtung ausgestattet. Die Wahrscheinlichkeit, Verschüttete lebend zu bergen, verringert sich nach 15 Minuten drastisch.

Die meisten Unfälle, nämlich 63, gab es im Vorjahr beim Variantenfahren, dem Skifahren und Snowboarden außerhalb markierter und präparierter Pisten. 58 Unfälle passierten beim Schitourengehen. Ohne die Hilfe von Bergrettung, Pistenrettung, Alpinpolizei und Rettungshubschraubern würden die Opferzahlen noch höher liegen.

Lawinen- und Sicherheitscamp

In Warth-Schröcken wird am 20. und 21. Jänner 2007 ein SAAC Lawinencamp veranstaltet, bei dem Bergführer und Snowboardpros kostenlos über alpine Gefahren abseits gesicherter Pisten informieren. In Theorie und Praxis wird ein verantwortungsvoller Umgang im freien Gelände gezeigt. Die Teilnahme ist gratis, die Notfallausrüstung (LVS-Gerät, Schaufel, Sonde) kann ebenfalls kostenlos ausgeliehen werden. Außerdem sponsern die Bergbahnen die Lifttickets für den Praxistag. Mitmachen können alle Skifahrer und Snowboarder ab 14 Jahren, die über ausreichend fahrtechnisches Können für das freie Gelände verfügen. Zur Erweiterung und Vertiefung des Wissens werden Aufbaucamps - die so genannten SAACnd Step - angeboten, die 3 oder 5 Tage dauern. (red)

  • Richtige Ausrüstung und richtiges Verhalten retten Leben.
    foto: saac

    Richtige Ausrüstung und richtiges Verhalten retten Leben.

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