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Empfehlenswert - Hering (siehe Foto), Makrele oder Seelachs
Bedrohte Fischarten im Supermarkt
"Das Problem ist, dass in den Supermärkten viele bedrohte Fischarten liegen", erzählt Nina Thüllen, Kampaignerin und Biologin bei Greenpeace Österreich. "Da haben wir gesagt: So geht es nicht, die Politik hat versagt, die Fischerei- Industrie hat versagt, jetzt müssen die Supermärkte die Verantwortung übernehmen." Deshalb wurden diese, so wie in anderen Ländern auch, angeschrieben und darum gebeten mitzuteilen, nach welchen Regeln sie den Fisch einkaufen. Die Stellungnahmen blieben erwartungsgemäß aus.
"Also haben wir dann im Mai unseren ersten Bericht veröffentlicht, wo bei vielen Supermärkten angemerkt war - "haben nicht geantwortet, haben keine Hinweise auf das Thema." Seither hat sich viel getan. Und der jetzt veröffentlichte Bericht zeigt, dass mittlerweile fast alle mitmachen.
Fisch in den Supermärkten
Nachhaltiger Fischeinkauf sei für die kleinen Märkte wie Norma, MPreis oder Sutterlüty schon Unternehmenspolitik. Die großen wie Rewe, Lidl, Hofer und ADEG seien mit eigenen Unternehmensmodellen nachgezogen. Enttäuscht hat Spar, da das Unternehmen nicht beabsichtige einen nachhaltigen Fischeinkauf einzurichten. Die größte Enttäuschung war aber der "größte Fischhändler Europas", das Unternehmen Metro. Hier konnte Greenpeace trotz gegenteiliger Ankündigungen Fischarten, wie den gefährdeten Dornhai im Verkauf finden, obwohl dieser auf der roten Liste der bedrohten Arten der Weltnaturschutzorganisation IUCN steht. Leider keine Seltenheit.
Fischbestände weltweit
Kritisch ist der Zustand aber nicht nur bei "Exoten", sondern auch bei gängigen Speisefischen wie Scholle, Kabeljau oder Tunfisch.
Die Scholle könne nicht mehr auswachsen und würde viel zu klein gefangen werden, so Thüllen und sei zusätzlich eine zerstörerische Fangmethode, da der ganze Meeresboden umgegraben werde und extreme Beifangraten auftreten. Der Kabeljau der Ostsee und der Barrentsee werde zudem zu einem hohen Anteil illegal gefischt und lande auch als "fangfrischer" Iglo-Dorsch in unseren Kühlregalen.
Die Wahl der Sorten
Der rote Sushi Tunfisch ist Tabu. Der "Tono" aus der Dose hingegen, kann ruhigen Gewissens verzehrt werden, denn "Fisch ist nicht gleich Fisch. Es gibt über zehn kommerziell genutzte Arten, wobei manche kurz vor dem Aussterben sind und andere noch relativ gut intakt sind."
Imagefrage
Die Wahl der Sorten ist für den Waldviertler Fischzüchter Marc Mößmer von der ARGE Biofisch auch Imagesache: "Raubfische haben leider ein besseres Image. Der Verbraucher isst heutzutage hauptsächlich Edelfische. Edelfisch heißt Raubfisch und Raubfische heißt die Spitze der Nahrungskette und das ist eine Biomassevernichtung von eins zu zehn. Das heißt, für ein Kilo Raubfisch brauche ich zehn Kilo andere Fische als Futter."
Zu diesen Sorten zählen Kabeljau, Tunfisch, Wolfsbarsch, oder Schwertfisch. "Statt ein Kilo Raubfisch könnte man zehn Kilo anderer Fische, wie Sardinen und Heringe, essen. Damit wird die Biomasse des Meeres besser ausgenutzt." Konventionelle intensive Aquakulturen, wie es sie bei Kabeljau, Steinbutt, Wolfsbarsch oder Doraden gibt, sind für den Fischzüchter aber keine Lösung.
Fisch aus Aquakulturen
"Aquakulturen sind in den meisten Fällen problematisch bis hochproblematisch. Es wird das knappe Frischwasser verbraucht und es werden viele Antibiotika gebraucht", präzisiert die Greenpeace Biologin, "wir befischen die wilden Fischbestände nicht mehr, aber dass der Fisch in der Aquakultur wiederum mit Wildfisch gefüttert wurde, weiß dann keiner."
Aquakulturen seien einfach eine Massentierhaltung mit Problemen und Krankheiten wie Seeläuse die sich wieder auf die Wildbestände verbreiten würden.
Mögliche Alternativen
Die Empfehlung der Umweltexpertin: "Biolachszuchten sehen wir schon positiver. Generell sind Süßwasserzuchten wesentlich unproblematischer als die Salzwasserzuchten. Das positivste sind sicherlich Karpfen und Biofische aus Österreich, weil der Karpfen ein vegetarischer Fisch ist und Biofisch auf die Nachhaltigkeit achtet. Das heißt, Fischmehl für die Forelle stammt dann zum Beispiel tatsächlich aus Fischresten.
Zu Weihnachten wird heuer Billa erstmals Biokarpfen anbieten. "Da sind wir eigentlich sehr erfolgreich, weil im Waldviertel mittlerweile 50 Prozent der Erzeugung Bio ist", so Marc Mößmer von der ARGE Biofisch. "Das sind 150 bis 200 Tonnen Karpfen und um die 10 Tonnen Forellen, das klingt viel, ist aber von dem was österreichweit produziert wird marginal."
Österreicher sind keine Fischesser
Wobei seiner Erfahrung nach die Österreicher sowieso keine Fischesser sind. Der Fischkonsum in Österreich liegt laut Greenpeace bei 11 Kilo pro Person und Jahr, Statistik Austria rechnet mit sechs Kilo pro Jahr. "Geht man von einem Fischkonsum von 9 Kilo pro Person im Jahr aus, wäre rund ein halbes Kilogramm Süßwasserfisch dabei", so Mößmer weiter. Mit großen Zuwächsen rechnet er in den nächsten Jahren nicht mehr.
Zweimal die Woche Fisch
Die Diskrepanz zwischen der Empfehlung der WHO zum Fischkonsum und der bestehenden Meeresessourcen kommentiert der Fischzüchter kurz und prägnant: "Das geht sich hinten und vorne nicht aus!"
"Für mich als Ernährungswissenschafterin hat die Behebung der nachweislichen Vitamin D-Defizite in unserer Ernährung und die Zufuhr essenzieller Omega-3-Fettsäuren oberste Priorität", so die Sicht der Ernährungswissenschaftlerin Sabine Bisovsky. "Besonders in den sonnenarmen Monaten, in denen man auf die Zufuhr mit der Nahrung angewiesen ist, gilt es dieses Knochenvitamin ausreichend aufzunehmen."
Die MSC-Zertifizierung
Ihre Lösung, die Gesundheit und Nachhaltigkeit in Einklang bringt, wäre der Griff zu MSC-zertifiziertem Fisch. Dieser stamme aus kontrolliert bestandserhaltender Fischerei. Es dürfe nur so viel gefischt werden, wie auch wieder nachwächst. "Je mehr Konsumenten zu Fisch mit diesem Gütesiegel greifen, desto mehr Fischarten werden durch MSC-Zertifizierung in ihren Beständen geschützt."
Glaubhaftes Gütesiegel?
Das MSC "Marine Stewardship Council" Gütesiegel ist eine Erfindung der Industrie und wurde vom weltgrößten Fischverarbeiter Unilever 1997 gemeinsam mit dem WWF iniziiert. Inzwischen wurde daraus eine unabhängige, internationale Non-Profit-Organisation. Das Ziel: Die Fischerei-Management-Praktiken verbessern und Konsumenten mit der "ökologisch besten Wahl bei Fischen und Meeresfrüchten" (the best environmental choice in seafood) zu versorgen, damit die Fischbestände für die Zukunft gesichert sind.
Der wichtigste Kritikpunkt am "Ökolabel" ist für Umweltorganisationen, dass die Zertifizierung zu früh vergeben wird. Es reiche nämlich einen Aktionsplan zu verabschieden, um die Fischerei in der Zukunft zu verbessern. Damit werde, laut Greenpeace, das Vorsorgeprinzip nicht als Kerngedanke der ökologischen Fischerei anerkannt.
Pflanzliche Omega-3-Fettsäuren-Alternativen
"Bei den Omega-3-Fettsäuren gibt es drei verschiedene, von denen zwei nur in Fisch vorkommen. Die dritte im Bunde heißt Alpha-Linolensäure und kommt natürlicherweise vor allem in Leinöl, Leinsamen, Walnussöl, Rapsöl und Sojaöl vor", so die Ernährungswissenschafterin.
Sie empfiehlt Rapsöl statt Sonnenblumenöl und die Verwendung von Walnussöl für Salate. "Das ist aus ernährungsphysiologischer Sicht sehr begrüßenswert". Eine weitere Möglichkeit den Bedarf zu decken – Stichwort Functional food - bestehe ihrer Meinung nach im Konsum entsprechend angereicherter Lebensmittel: "In diesem Segment wird der Markt in Zukunft sicher noch wachsen." (Andrea Niemann)
0,48
Lebensmittel 100g
Omega-3-Fettsäuren g/100g
Leinöl
54,20
Walnussöl
20,90
Rapsöl
09,15
Sojaöl
07,70
Olivenöl
0,86
Lachs
3,57
Makrele
2,29
Hering
2,15
Sardine
1,52
Waller
0.85
Forelle
0,75
Sardelle
0,58
Karpfen
0,57
Rotbarsch
0,55
seelachs
(Quelle: GU/Elmadfa, Muskat, Fritzsche 2004/2005)
Greenpeace
Welle des Wandels - Fischeinkauf in den Supermärkten
Aktueller Fisch Einkaufsratgeber Download
MSC Zertifizierung
MSC Zertifizierung kritisch gesehen
Die MSC Zertifizierung
In Anbetracht der Schadstoffbelastungen der Meere wird deutlich, daß Fisch kein gesundes Nahrungsmittel sein kann, denn aus verschmutzten Gewässern können keine "unverschmutzten" Fische kommen. Die in den Wassertieren abgelagerten Schadstoffe wie Arsen, Blei, Cadmium, Quecksilber und Pestizide werden mitgegessen, ebenso wie die in den Aquafarmen den Tieren zugeführten Wachstumshormonen und Antibiotika.
Aquafarmen sind keine Alternative, da sie im höchsten Maße umweltgefährdend und tierquälerisch sind. Weltweit werden so ca. 16 Mio. Tonnen Fisch gezüchet. Meist wird nur eine einzige Art in Monokultur mit umfangreicher Technik und Chemikalien auf engstem Raum herangezogen.
...warnt die WHO Schwangere und Sensible Menschen davor, mehr als 250g Raubfisch/Woche zu konsumieren, weil diese bereits als sehr verseucht gelten. Ebenfalls an der Spitze der Nahrungskette stehen unter anderem die Zahnwahle, die gemeinschaftlich als lebendiger Sondermüll verstanden werden können. Und das betrifft nicht nur Schwermetalle und Dioxine aus Schiffs-anstrichen...
Angeblich soll der Dorschverzehr ganz besonders politisch unkorrekt sein, da in dem Fall die Jungfische, die sich noch nichtmal vermehren konnten, dem Ökosystem entnommen werden.
Zu Makrelen, Hering und Co: dafür gibts ein Verzehrverbot(bzw Beschränkung) in der Schwangerschaft, wegen der Schwermetalle.
Ich esse Fisch eigentlich ziemlich gern, falls das jemanden interessiert. Nebenbei halte ich den Fisch für ein grundsympathisches Tier, da er im Lebendzustand weder ungut riecht noch lärmt oder Gehsteige vollkotet. Unterm Strich kann er also einige Gutpunkte auf sich verbuchen.
Wenn -zumindest Europa- die "Menschheit" auf die hälfte der sogen.Gammelfischer verzichten würde hätten "alle" genug zu futtern.Leider werden die Weltmeere für den schnellen Profit leer gefischt.Denn man muß nicht die Schweine und das Geflügel mit Fischmehl mäßten.Vielleicht wäre es an der Zeit nach Alternativen zu suchen wie:"Massenaufzucht" von Insekten und Würmer,welches ja bekanntlich die "Leckerlie"von Schweinen und Geflügel ist !?!
Das ist es Ja die Biomasse (Lebensmasse) des Meeres.
Die Biomasse ist aber im Meer begrenzt.
Im normalen Kreislauf der Natur wird Biomasse ja nur umgewandelt nicht entnommen.
Bei den schwimmenden Fabriken die Meerestiere zu Duenger und zur Speise verarbeiten ist das aber nicht der Fall.
Einerseits kommen anstatt den kleinen Fischern immer mehr große Konzerne mit riesigen Schiffen in Mode, die die Meere noch wesentlich mehr ausbeuten können.
Und andererseits gibt es in vielen Populationen eine Grenze, unter der eine Rasse zum Aussterben verurteilt ist, auch wenn es noch - unter Umständen viele - Exemplare gibt. Es kann dann sein, dass es trotz einem kompletten Fangstopp zum Aussterben kommt. Gerade für Fische gibt es dazu sehr interessante mathematische Modelle, die übrigens öffentlich bekannt sind und eingehalten werden *sollten*.
Ganz besonders gilt das natürlich für jene modelle, die, wie Sie zu recht bemerken, öffentlich bekannt sind. Soviel entgegenkommen könnten wir von unseren geschuppten freunden schon erwarten, dass sie diese modelle einhalten; jedenfalls, bis wir sie essen.
Tja, die Fische halten diese Modelle auch ein. Nur wir Menschen, d.h. die Fangflotten nicht. Und damit kommt es zum Aussterben.
Schlimm finde ich, wenn die Leute den Abgrund schon vor Augen sehen und trotzdem weiter darauf zufahren, so wie in eine Einbahnstraße - unumkehrbar.
Wenn man etwas nicht weiß, ist es verzeihlich, wenn man aber den Fehler kennt, ja sogar genau berechnet hat und ihn in einer Ignoranz trotzdem begeht ist das sehr bedenklich.
wir Fische und andere Tiere stetig ausrotten, die Flora und Fauna wird uns überleben, so oder so. Der Mensch ist überzeugt, über Allem zu stehen. Eines Tages wird ihn seine Arroganz gegenüber allem anderen Leben seine Existenz kosten.
Der Raubbau an der Natur kann man nicht in die Schuhe der Asiaten schieben. Schließlich exportieren sie ja das Meiste nach Europa und Amerika. Ergo sind wir allesamt die gleichen Totengräber des Planeten.
Die Natur holt sich die Erde wieder zurück, kein Zweifel. So ist beispielsweise bzw. groteskerweise im Gespräch, die Umgebung um Tschernobyl zu einem Naturschutzgebiet zu erklären, weil sich dort aufgrund des Fehlen des Menschen die Natur blüht und gedeiht - trotz der Radioaktivität.
Wenn wir uns selbst vernichten, so wäre der Mensch ein kurzes Relikt in der Geschichte der Erde. Schätzungen ergeben, dass nach ca. 20.000 Jahren nichts mehr von unserer Zivilisation übrig wäre - außer (witzig) - die Radiowellen, die wir ins All senden...
Sie meinen wohl 90 Kilo pro Kopf Fleischverbrauch im jahr in Österreich. Entweder ein Tippfehler oder eine Verdrängung einer längst bekannten Tatsache!
Österreich ist ein Fleischesserland!
die zum mästen von tieren vebraucht werden, könnten die doppelte menge von menschen auf diesem planeten ernähren. über kurz oder lang kann fleisch(fisch) keinen stellenwert mehr in der ernährung der weltbevölkerung haben. protein gibt es ausreichend auch in nüssen, bohnen, etc. und auch dieses wird vom körper in eigene proteine umgewandelt.
wer beim thema des leerfischens der weltmeere mit globalen enerigie- oder proteinbillanzen daherkommt, hat wohl den entscheidenden punkt nicht mitgekriegt:
die hauptabnehmer sind reiche industriestaaten, bei denen die versorgungsfrage überhaupt keine rolle spielt.
da gehts nicht um nüsse und bohnen!
...aber dann sehen wir, dass dazu der platz und die ressourcen fehlen??
so a pech!!
wann sehen wir ein, dass nicht der planet zu klein sondern wir bereits ZU VIEL sind?
die "nachhaltigkeit für alle und alles" ist längst nicht mehr möglich.
Alternative 1: eingeständnis des problems & volle industrialisierung der ernährungsherstellung.
Alternative 2: eingeständnis des problems & rückführung der menschen auf eine nachhaltige populationsgröße (zB über geburtenbeschränkung und natürlichen abgang). funktioniert bei tigern und elefanten auch.
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