Leander Haußmann verfilmt Leben des DDR-Conferenciers Weidling

20. November 2006, 23:06
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Film mit Arbeitstitel "Die O.F. Weidling-Story" soll 2008 in die Kinos kommen

Halle/Berlin - Das Schicksal des DDR-Conferenciers O.F. Weidling (1924-1985) wird von Regisseur Leander Haußmann ("Sonnenallee") verfilmt. "Es wird ein Drama mit tragikkomischen Zügen", sagte Haußmann am Montag der dpa. Der Film trage derzeit den Arbeitstitel "Die O.F. Weidling-Story" und werde voraussichtlich 2008 in die Kinos kommen. Sie basiert auf dem Buch "Im Namen des Vaters und des Sohnes" (Mitteldeutscher Verlag Halle) des Sohnes Carsten J.W. Weidling. Die Filmrechte am Buch habe sich Haußmann gesichert, teilte der Mitteldeutsche Verlag mit.

Weidling übte in seinen Fernsehsendungen bissige Satire an den wirtschaftlichen und politischen Verhältnissen in der DDR. Als er am 27. April 1984 vor der Partei- und Staatsführung in Berlin den neuen Friedrichstadtpalast eröffnete, missfielen der SED Weidlings Pointen. In der Wiederholung der Fernsehaufzeichnung wurden die kritischen Äußerungen und alle Szenen, in denen Weidling auftrat, herausgeschnitten. Zudem wurde er aus dem DDR-Fernsehen verbannt und mit einem Berufsverbot belegt. Am 6. Jänner 1985, starb Weidling an den Folgen schwerer Erkrankungen. Er wurde unter großer öffentlicher Anteilnahme in Dresden beigesetzt.

"Der Reiz, einen Film über den Humor in einer Diktatur zu drehen, ist sehr groß. Zumal da ein Mann steht, der an einem Punkt seines Lebens auf der Bühne des Friedrichstadtpalastes vor dem Politbüro die wichtigste Entscheidung seines Lebens - zwischen Pointen und Karriere - treffen muss und damit scheinbar verliert", sagte Haußmann. Nach den Worten des Regisseurs arbeitet derzeit der Drehbuchautor Boris Naujoks an der Geschichte. (APA/dpa)

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    foto: mdr
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