Herzzerreißende Seelennöte

20. November 2006, 20:55
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Peer Boysen kehrt in Innsbrucks neuer "Così fan tutte" das Innere seiner Figuren nach Außen

Kaum je hat man Mozarts Fiordiligi so leiden gesehen: Juliane Banses Rollendebüt ist eine wahre Seelenentblößung. Peer Boysen kehrt in Innsbrucks neuer Così fan tutte das Innere seiner Figuren nach Außen und lässt auch die Männer durch die schmerzhafte "Scuola degli Amanti" gehen, wenn sie Bräute tauschen. Peer Boysen ist zudem Ausstatter; er wählt ein lichtdurchflutetes Kaffeehaus mit zu vielen Thonetstühlen.

Sie singen himmlisch: Lysianne Tremblay ist als Dorabella ebenso schön anzusehen und anzuhören wie ihre "Schwester". Jung, fesch und stimmlich vielversprechend die Geliebten: Peter Sonn und Dominik Hosefelder. Als Despina zwitschert die komische Debra Fernandes ihre Lebensweisheiten; die seinen gibt Michael Dries als Don Alfonso preis. Brillante Rezitative (alles italienisch!), von Hammerflügel und Cello begleitet, und der hochsensible Sascha Goetzel am Pult des klangschönen Innsbrucker Orchesters beglücken die Mozartfreunde. Jubel! (höpf/ DER STANDARD, Printausgabe, 21.11.2006)

Tiroler Landestheatery
Rennweg 2, 6020 Innsbruck
0512/52 074 04
19.00 Uhr
  • Cosi fan tutte 04, v.l.: Lysianne Tremblay (Dorabella), Renate Fankhauser (Despina)
    foto: landestheater tirol

    Cosi fan tutte 04, v.l.: Lysianne Tremblay (Dorabella), Renate Fankhauser (Despina)

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