Mit einem großen Lächeln

6. Februar 2007, 15:31
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Wieso er als "Promi" von einem Event zum nächsten gereicht wird, weiß Oliver Stamm doch selber nicht

Die Frage, meint Oliver Stamm, sei berechtigt. Doch die Häme, die hintennach komme, sei unfair: Wieso er (und so mancher andere) als "Promi" von einem Event zum nächsten gereicht wird, "weiß ich doch selber nicht", erklärt der ehemalige Beachvolleyballer. "Als ich mit dem Sport aufgehört habe, habe ich geglaubt, dass mich bald keiner mehr kennen würde." Das Gegenteil war der Fall.

Doch "weil es sinnlos ist" habe er rasch aufgehört, nachzudenken, wieso, warum und weshalb: "Ich sehe das mittlerweile pragmatisch. Als Benefit, den zu hinterfragen nichts bringt: Ich werde zu Eröffnungen und Galas eingeladen, werde gebeten, exklusiv zu essen und teure Zigarren zu rauchen – soll ich mich wehren, Dinge geschenkt zu bekommen, die ich mir nie leisten würde?" Denn der Preis dafür, meint Stamm, sei nicht wirklich hoch: "Unter den Leuten, die aus den selben, meist genauso unerfindlichen Gründen auch ständig eingeladen werden, sind viele wirklich nett.

Und wenn Fotografen mich bitten zu lächeln, dann ist das keine unbewältigbare Aufgabe." Der Kreislauf, weiß Stamm, ist "zu 100 Prozent" symbiotisch: Die Fotografen haben ihre Bilder, das bringt Gastgebern Medienpräsenz. Und die Relevanz der Eingeladenen wird – qua öffentlichem Lächeln – mehr und mehr einzementiert. Dass das – gerade bei Nichteingeladenen – Neidgefühle und die Frage nach dem Grund auslöst, kann Stamm gut verstehen: "Als aktiver Sportler hätte ich solche Einladungen dringend gebraucht. Wegen meiner Sponsoren. Wieso sich das nachher so entwickelt hat, weiß ich wirklich nicht. In Wirklichkeit müsste man diese Frage ja den Agenturen der Gastgeber stellen – aber wieso sollte ich das tun?" (Thomas Rottenberg/DER STANDARD, Print-Ausgabe, 21.11. 2006)

  • Pragmatischer Profigast: Stamm.
    foto: leisurecommunications

    Pragmatischer Profigast: Stamm.

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