Gehrer sieht Bildungssystem "im europäischen Spitzenfeld"

6. Juli 2000, 15:58

Bildungsministerin will Kooperation mit Wirtschaft verstärken

Wien - "Im europäischen Spitzenfeld" sieht Bildungsministerin Elisabeth Gehrer (V) das heimische Bildungssystem. Beim ersten europäischen Bildungsvergleich der EU-Kommission liege Österreich "durchschnittlich sehr gut". Besonders herausragend seien die mathematischen Fähigkeiten der 13-jährigen sowie die mit rund 11,5 Prozent geringe Drop-Out-Rate. Äußerst positiv sei auch die Qualitätsoffensive an den Schulen (Q.I.S.) bewertet worden, so Gehrer.

"soft skills"

Essenziell für die Ausbildung der SchülerInnen ist für Gehrer ein "gutes Grundlagenwissen": "Wer nichts weiß, weiß auch nicht, wo er sich was herholen soll". Ebenso müssten auch "soft skills" wichtiger genommen und die Vermittlung des gesamten Lehrangebots mit modernen Technologien selbstverständlich werden. Ab 2001 werde auch eine "Computermilliarde" zur Verfügung stehen, mit der allerdings "nicht alles mit Laptops vollgepflastert werden wird, die nach zwei Jahren wieder veraltet sind".

Nicht in einem Glassturz

Gerade im Bereich der neuen Technologien sei vielmehr eine Kooperation mit der Wirtschaft sinnvoll, die durchaus verstärktes Sponsoring betreiben könne. In den vergangenen Jahren hätten sich die Schulen dieser neuen Form der Finanzierung geöffnet, was positiv zu bewerten sei. Kinder sollten "nicht in einem Glassturz erzogen werden", weshalb "nicht jedes McDonald's-Pickerl auf einem Küchenkasten in der Schule" zu beanstanden sei. Eine neue Form der Kooperation könnte die Benutzung der Einrichtungen eines Wirtschaftsbetriebs durch Schüler sein. So könnten Kinder und Jugendliche etwa in Labors von Unternehmen ihre Fähigkeiten schulen, so Gehrer.

"All-Inclusive-Gehalts" im Hochschulbereich

Im Bereich der Universitäten will Gehrer den Herbst für die "Abwicklung von Dienstrechtsfragen" nutzen. Im Hochschulbereich sei etwa die Einführung eines "All-Inclusive-Gehalts" mit zusätzlichen Leistungskomponenten denkbar. Eine verstärkte Autonomie müsse außerdem auch neue "Verantwortlichkeitsstrukturen" zur Folge haben. Man dürfe sich dann nicht mehr hinter Mehrheitsentscheidungen verstecken: "Demokratie ist kein Allheilmittel für Entscheidungsunfreudigkeit". (APA)

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