Finanzmisere der NPD offenbar größer als bisher bekannt

24. November 2006, 16:08
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Kündigungen für mehrere Parteimitarbeiter - Bundestag will wegen falschen Rechenschafts­berichten 870.000 Euro zurückfordern

Berlin - Die Finanzprobleme der Nationaldemokratischen Partei Deutschlands (NPD) sind offenbar größer, als sie bisher zugegeben hat. Die Immobilien, mit der die NPD nach ihrer jüngsten Spendenaffäre eigentlich Rückforderungen des Bundes absichern wollte, seien bereits erheblich belastet. Das bestätigte Parteischatzmeister Erwin Kemma gegenüber dem Nachrichtenmagazin "Der Spiegel". Einen Großteil der Immobilien habe die NPD schon zur Absicherung privater Kreditverpflichtungen in der Höhe von rund 330.000 Euro einsetzen müssen.

Falsche Rechenschaftsberichte

Der Deutsche Bundestag will wegen falscher Rechenschaftsberichte für die Jahre 1998 und 1999 rund 870.000 Euro an öffentlichen Mitteln aus der Parteienfinanzierung von der NPD zurückfordern. Laut aktuellen Grundbuchauszügen sei für die Berliner NPD-Zentrale und drei parteieigene Grundstücke im rheinland-pfälzischen Derschen derzeit eine Hypothek in Höhe von insgesamt 680.000 Euro eingetragen, berichtete das Magazin. Diese Summe übersteige den Wert der Immobilien. In ihrem jüngsten Rechenschaftsbericht beziffere die NPD ihr Haus- und Grundstücksvermögen aber auf knapp 590.000 Euro. Wegen der Finanzmisere sei nach Aussage von Kemma bereits mehreren NPD-Mitarbeitern gekündigt worden. (APA/AP)

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