Microsoft will Patentabkommen mit Novell nachbessern

26. Jänner 2007, 21:57
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Reaktion auf Kritik aus der Open Source Community - Individuelle EntwicklerInnen sollen besser geschützt werden

Die unlängst angekündigte Zusammenarbeit zwischen Microsoft und dem vor allem im Linux-Umfeld tätigen Softwarehersteller Novell hat für einige Unruhe in der Open Source Community gesorgt. Im Zentrum der Kritik steht dabei das Patentabkommen, das Novell-KundInnen für die nächsten fünf Jahre vor allfälligen Klagen von Seiten Microsoft schützen soll.

Goodies

Neben dem prinzipiellen Vorwurf an Novell, dass man damit die Patentpolitik von Microsoft akzeptiere, stand dabei auch immer wieder ausgerechnet ein Absatz des Abkommens im Mittelpunkt, der eigentlich als "Goodie" für die Community gedacht war: Microsoft garantiert darin individuellen - nicht kommerziell an ihren Projekten tätigen - Open Source-EntwicklerInnen ebenfalls einen Klageverzicht.

Nutzlos

Doch wie mittlerweile einige KommentatorInnen herausgestrichen haben, ist die konkrete Formulierung des Abkommens so gestaltet, dass es praktisch wirkungslos ist. Eine Kritik, die offenbar nun auch bei Novell und Microsoft angekommen ist, der entsprechende Paragraph soll nachgebessert werden. Ziel sei es, dass die ursprüngliche Absicht, nicht-kommerzielle EntwicklerInnen zu schützen, sicher gestellt werde, so Jason Matusow, Leiter der SharedSource-Initiative von Microsoft in seinem Weblog.

Nachbessern

Einige Novell-EntwicklerInnen seien an ihn heran getreten und hätten darauf hingewiesen, dass die derzeitige Abmachung nicht ausreichend sei. Auch stimme er selbst Teilen der Kritik des Software Freedom Law Center (SFLC), das sich den Vertrag mit Unterstützung von Novell näher angesehen hat, zu, so Matusow weiter. Das SFLC hatte rechte deutliche Worte für den entsprechenden Absatz gefunden, und ihn als "schlimmer als nutzlos" bezeichnet, da er eine falsche Sicherheit vorspiegle.

Kein vollständiger Verzicht

Wie die konkrete Neufassung aussehen soll, sei derzeit noch nicht klar, es gehe aber unter anderem darum, die nicht-kommerziellen EntwicklerInnen auch dann vor Patentklagen zu schützen, wenn ihr Code in kommerziellen Produkten lande. Was es allerdings nicht geben könne, sei ein vollständiger Verzicht auf die eigenen Patentansprüche in Bezug auf Mitbewerber, solche Abmachungen müssten individuell zwischen den Unternehmen getroffen werden, so wie es eben nun Microsoft und Novell getan hätten. (Andreas Proschofsky)

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