Der Temporausch des Mobilfunks

1. Jänner 2007, 12:46
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Während "Download" im mobilen Datennetz ansehnliche Geschwindigkeiten erreicht, hapert es beim "Upload", was vor allem bei Fotos und Filmen ärgerlich ist. Abhilfe ist in Sicht

Wer Internet regelmäßig nutzt, weiß: Es kann nie schnell genug gehen. Aber während das Tempo der Infobahn zum Benutzer inzwischen sowohl über Leitungen als auch über den Mobilfunk ganz ordentliche Geschwindigkeiten erreicht, gleicht die Gegenrichtung - um Daten, Bilder, Filme ins Internet zu senden und nicht nur zu empfangen - mehr einer Landstraße als einer Autobahn.

Ein Relikt

Die Asymmetrie ist ein Relikt bisheriger Internetentwicklung, bei der Information in erster Linie konsumiert wurde. Aber seit aus Konsumenten zunehmend Produzenten werden, die bloggen, Websites, Bilder und Videos veröffentlichen, wird der langsame "Upload" (das "Hochladen" von Dateien zu einem Server im Netz) immer mehr zum Flaschenhals.

Einseitig

Vor allem im mobilen Datennetz ist die Einseitigkeit noch stark zu spüren: Während der Download sich guten Leitungsverbindungen annähert und diese sogar überholen kann, sind Uploads noch immer eine mühsame Sache.

Die Mobilkom Austria demonstrierte am Donnerstag - der WebStandard berichtete, nach eigenen Angaben erstmals in Europa, den Einsatz von "HSUPA" (High Speed Uplink Packet Access), quasi eine schnelle Aufstiegshilfe für mobile Daten. Auch wenn die Demo von Pannen geplagt war, ist klar: Im "ersten Halbjahr 2007" wird damit für mobile Internetnutzer das Hochladen von Dateien wesentlich beschleunigt; bis zu achtmal schneller als das bisherige UMTS-Angebot soll das neue Angebot funktionieren, erklärt Mobilkom-Vorstand Hannes Ametsreiter.

Der Engpass

Einen genaueren Zeitpunkt kann Ametsreiter nicht nennen, "die Verfügbarkeit der Datenkarten ist der Engpass". Ab Eröffnung werde der schnellere Uplink im gesamten UMTS-Netz von A1 verfügbar sein. Kunden benötigen dann zwar eine neue Datenkarte, aber die Tarife sollen sich nicht erhöhen, man betrachte dies als Verbesserung des Angebots. Nur über "größere Datenpakete" wolle man nachdenken, sagt Ametsreiter.

Datenkarten

Der mobile "Datenkartenmarkt" sei eines der stärksten Wachstumsfelder: Bis Ende September hat A1 bereits 109.000 Datenkarten verkauft; insgesamt sind in Österreich nach Betreiberangaben bisher rund 220.000 Datenkarten - also mobile Internetanschlüsse - in Verwendung.(Helmut Spudich/DER STANDARD, Printausgabe vom 17.11.2006)

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