Kleiner Dämpfer im Märchenland

19. März 2007, 13:42
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DFB-Teamchef Jogi Löw reagiert nach 1:1 auf Zypern milde: "Was 2006 passiert ist, ist äußerst positiv zu bewerten"

Wien - Das von der deutschen Nationalmannschaft seit dem Eröffnungsspiel der Heim-WM geschriebene Fußball-Märchen hat am Mittwoch in der Qualifikation zur EURO 2008 in Österreich und der Schweiz vorerst ein jähes Ende gefunden. Mit dem 1:1 auf Zypern musste der mit den spielfreien Tschechen punktgleiche Tabellenführer einen kleinen Dämpfer hinnehmen, während Irland das zweite Spiel in der Gruppe D gegen San Marino souverän mit 5:0 gewann und den ersten Sieg feierte.

"Nicht alles ein Fußball-Märchen"

Zum Abschluss des berauschenden WM-Jahres blieb nicht nur für DFB-Kapitän Michael Ballack die Erkenntnis, "dass nicht alles ein Fußball-Märchen ist und so weiter geht, wie man es gerne hätte". Schon bei der abendlichen Ansprache hatte aber Teamchef Joachim Löw den Stolz über das 2006 Erreichte über den ersten kleinen Rückschlag in seiner Amtszeit gestellt und für 2007 weitere Fußball-Feste angekündigt. Auch DFB-Präsident Theo Zwanziger sprach Worte des Dankes: "Die Nationalmannschaft hat enorme Verdienste für den Fußball und das Ansehen der Nation. Das wird auch nicht von diesem Spiel getrübt."

Löw ließ trotz des mit Abstand schwächsten Spiels unter seiner Regie vorweihnachtliche Milde walten. Das Ende der fünf Partien währenden Siegesserie nahm er gelassen zur Kenntnis und stellte seiner Mannschaft ein hervorragendes Jahresabschlusszeugnis aus. "Was 2006 passiert ist, ist äußerst positiv zu bewerten", sagte der 46-Jährige. Unbeirrt will Löw trotz der kleinen Schramme auf der Rekordbilanz von 14 Siegen, 2 Remis und nur 2 Niederlagen 2006 seinen Weg im kommenden Jahr Richtung EM 2008 weiter gehen.

Löw sucht keine Ausreden

Das Unentschieden gab dem Chefcoach einige Warnsignale. Die fehlenden Stammkräfte Jens Lehmann, Bernd Schneider und Lukas Podolski hinterließen größere Lücken als vermutet. "Es wird immer so sein, dass Spieler ausfallen. Da sollte man keine Ausrede suchen", sagte Löw. Kapitän Ballack wollte dem Remis sogar gute Seiten abgewinnen.

"Vielleicht hat es auch etwas Positives, dass man wieder weiß, dass man weiter etwas für den Erfolg tun muss", sagte der Chelsea-Legionär nach seinem 35. Tor im 75. Länderspiel. Im wichtigen Spiel gegen Hauptkonkurrent Tschechien am 24. März in Prag wird neben Verteidiger Clemens Fritz aber auch WM-Torschützenkönig Miroslav Klose wegen der zweiten Gelben Karte fehlen.

Definitiv geklärt ist die Rollenverteilung im Tor. Lehmann-Ersatz Timo Hildebrand sah beim Gegentor durch Ioannis Okkas nicht gut aus - und konnte auch sonst seinen Anspruch, die Nummer 1 sein zu wollen, nicht mit Taten untermauern. Dennoch wurde der Stuttgarter von Löw demonstrativ in Schutz genommen. "Ich würde sagen, dass Timo beim Tor überhaupt keine Schuld trifft."(APA)

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    Der Endstand auf Kloses Trikot eingraviert.

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