Patriotismus-Gesetz für Japans Schulen

16. Juli 2007, 11:15
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Parlamentsmehrheit gegen Förderung von Patriotismus - Opposition boykottierte Abstimmung

Tokio - Die rechte Parlamentsmehrheit in Japan hat eine Reform zur Förderung des Patriotismus an den Schulen verabschiedet. Die linksgerichtete Opposition boykottierte die Abstimmung am Donnerstag im Unterhaus in Tokio. Die in der Bevölkerung heftig umstrittene Vorlage hält den Lehrkörper dazu auf, den Schülern "den Respekt vor Tradition und Kultur und die Liebe für die Nation und das Vaterland" zu vermitteln. Die Lehrergewerkschaft sträubt sich gegen die Reform und wirft der Regierung einen Rückfall in imperialistische Zeiten vor.

Laut Umfragen lehnen mehr als 60 Prozent der japanischen Lehrer die Initiative der Regierung ab. Etwa 80 Prozent sind demnach der Ansicht, der neue Ministerpräsident Shinzo Abe befasse sich nicht hinreichend mit Problemen wie der wachsenden Kluft zwischen Arm und Reich. Abe sagte kurz vor der Parlamentsabstimmung, für sein Kabinett sei "die Wiederbelebung der Erziehung" das wichtigste Thema. Der Text soll vor dem 15. Dezember vom Oberhaus verabschiedet werden. Auch dort stellen die Rechten die Mehrheit. (APA/AFP)

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