Verkaufsgerüchte um Lenzing AG - Geschäftsführung dementiert

29. November 2006, 13:03
posten

Für den oberösterreichischen Landeshauptmann Josef Pühringer verdichten sich die Anzeichen, dass ein Verkauf der Lenzing AG kurz vor dem Abschluss stehe

Linz - Für den oberösterreichischen Landeshauptmann Josef Pühringer verdichten sich die Anzeichen, dass ein Verkauf der Lenzing AG kurz vor dem Abschluss stehe. Demnach soll einer der schärfsten Lenzing-Konkurrenten, die indische Birla-Gruppe, der Käufer sein, was von Pühringer "vehement" abgelehnt wird.

Erst Ende Oktober waren Gerüchte aufgetaucht, dass ein indonesischer Industrieller an einem Kauf von Lenzing interessiert sei. Deren Eigentümer, die B&C-Stiftung, dementierte die Verkaufsgerüchte. Sie hätten "überhaupt keine Grundlage", betonte Stiftungsvorstand Werner Floquet.

Verkauf an Birla-Gruppe

Für Pühringer verdichten sich aber nun Gerüchte um einen Verkauf an die Birla-Gruppe. Dabei handle es sich um einen indischen Konzern mit etwas weniger als 20 Prozent Weltmarktanteil, der jetzt auf den europäischen Markt dränge, berichtete Pühringer. Ein Verkauf der Lenzing AG an diesen indischen Konzern würde zu Lasten des Industriestandortes Oberösterreich gehen: "Es ist zu befürchten, dass die Birla-Gruppe schrittweise die Produktion von Lenzing in Billiglohnländer verlagert und mittel- und langfristig die Lenzing AG, die jetzt zu ihren Hauptmitbewerbern gehört, vom Markt nimmt", warnte er. Er werde Belegschaft und Management bei ihrem Bemühungen um eine österreichische Lösung unterstützen, wenn sie das wollen. Politik und Wirtschaft in Oberösterreich seien bereit, für Lenzing zu mobilisieren. Eine österreichische Lösung sei aus seiner Sicht möglich.

Österreichische Lösung

Er verlangte von der Eigentümergruppe eine österreichische Lösung mit einer ordentlichen Mitarbeiterbeteiligung, an deren Zustandekommen das Land Oberösterreich gerne mithelfen werde. Immerhin sei die Lenzing AG dank ihrer exzellenten Führung und den guten Mitarbeitern heute am Weltmarkt gut aufgestellt. Bei der Lenzing AG handle es sich um ein hochrentables Unternehmen, für das auch heimische Interessenten zu finden sein müssten.

Der Landeshauptmann forderte in diesem Zusammenhang erneut von B&C-Stiftungsvorstand Erich Hampel die klare Darlegung der strategischen Planung des Eigentümers. Ein entsprechender Brief, in dem Pühringer Hampel um eine derartige Klarstellung ersucht habe, sei bis heute unbeantwortet.

Geschäftsführung dementiert

Die Geschäftsführung der operativen Holding der Bank Austria nahe stehenden B&C-Stiftung hat am Mittwoch dementiert, Verkaufsgespräche zu führen. "Wir als Geschäftzführung der B&C-Holding führen keine solchen Verkaufsgespräche - weder mit Birla noch mit sonstwem", erklärte Karl Schmutzer, Geschäftsführer der B&C-Holding auf APA Anfrage.

Schmutzer verwies am Mittwoch darüber hinaus auf ein Dementi des Stiftungsrats der B&C-Stiftung, Werner Floquet, der vor 14 Tagen im Radio erklärt hatte, derlei Verkaufsgerüchte hätten "keine Grundlage".

Seit dem Abgang des früheren Vorstandes der B&C-Stiftung Gerhard Randa tauchen immer wieder Spekulationen über diverse Verkaufsabsichten der Stiftung auf, in die die Bank Austria ihre früheren Industriebeteiligungen eingebracht hat. (APA)

  • Artikelbild
    foto: standard/lenzing
Share if you care.