"Stehen am Anfang einer neuen IT-Phase"

23. November 2006, 10:18
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Fujitsu Siemens-CTO Reger kritisiert Energiehunger in der Computerbranche - "Virtualisierung und Energieeffizienz" im Zentrum

: "Die IT-Industrie wird in den nächsten Jahren vor allem durch die Themen Virtualisierung und Energieeffizienz bestimmt werden", meint Joseph Reger, CTO Fujitsu Siemens Computers (FSC) , auf dem aktuell in Augsburg stattfindenden IT-Forum Visit 2006. Virtualisierung sei im Serverbereich bereits ein großes Thema, auf den Notebooks und Desktops, die täglich in privaten und beruflichen Umgebungen im Einsatz sind, findet man virtuelle Maschinen jedoch noch sehr selten. Allerdings gehe die IT in eine neue Phase über. "Wir stehen jetzt ganz am Anfang und es wird etwas völlig Neues kommen", ist auch Wolfgang Horak, Geschäftsführer FSC Österreich, im Gespräch mit pressetext überzeugt.

Sicherheit

Ein schlagkräftiges Argument für Virtualisierung am PC ist die Sicherheit, die virtuelle Maschinen bieten können. Applikationen werden isoliert ausgeführt, Viren und andere Schädlinge können sich somit nicht am physischen Rechner einnisten. "Die Gefahr des Identitätsdiebstahls ist in Europa nicht so groß wie in den USA, wo Virtualisierung als Sicherheitsfeature eingesetzt wird, da wir kein so intensives Onlineleben führen. Virtuelle Computer müssen sich daher hierzulande über andere Vorzüge präsentieren", führt Reger aus. So werden beispielsweise Multi-OS-Systeme möglich. "Mit einer virtuellen Maschine ist der User nicht mehr auf eine Umgebung angewiesen. Auf einem Windows-System können somit problemlos eine virtuelle Linux-Maschine betrieben und Programme abgekapselt ausgeführt werden", erläutert Reger. Die Industrie bewege sich schon in diese Richtung und die Kooperation von Microsoft und Novell werde diesbezüglich einiges vorantreiben.

Ersatz

In nicht so ferner Zukunft werde die Virtualisierung sogar einen Teil der heutigen PCs ersetzen. "Bei den aktuell verfügbaren Kapazitäten auf USB-Sticks kann die persönliche Arbeitsumgebung samt Programmen und Einstellungen in Form einer virtuellen Maschine jederzeit mitgenommen und auf jedem Computer eingesetzt werden", sagt Reger. Ein Beispiel für diese Flexibilität stellen die U3-Sticks von SanDisk dar. Diese USB-Geräte verfügen über eine Partition, auf der Anwendungen gespeichert sind. Das PC-System erkennt diese Partition als CD-Laufwerk und startet von dort aus die Programme. "Das ist ein sehr praktischer Ansatz für mobile und flexible Menschen. Sie haben die benötigte Software jederzeit bei sich und können an jedem Computer in ihrer eigenen User-Umgebung arbeiten." Da auch Handys immer mehr Speicherplatz bieten wird bald nicht einmal mehr der Stick notwendig sein, ist Reger überzeugt. "Der virtuelle Computer ist entweder immer dabei oder gleich über das Internet verfügbar."

Energiehunger

Hart ins Gericht geht der FSC-Cheftechniker mit dem Energiehunger der Geräte des digitalen Zeitalters. "Der Sleepmodus ist ein Witz. Er verbraucht sieben bis acht Prozent des nationalen Energiebedarfs. Der einzige Unterschied zum Normalmodus ist, dass das Statuslämpchen rot anstatt grün leuchtet." Vor allem nehmen die Geräte, die eine permanente Internetanbindung haben, laufend zu. "Updates und Downloads passieren rund um die Uhr, selbst wenn die Geräte vermeintlich ausgeschaltet sind", so Reger, der eine Energieverbrauchsangabe fordert. "Jeder Kühlschrank hat einen Aufkleber, auf dem der Stromverbrauch ausgewiesen ist. Warum sollten wir eine Kennzeichnung nicht auch für Desktop und Notebooks einführen?"

Energiemanagement

Besseres Energiemanagement sei auch in Rechenzentren gefordert. "Auf 100 Watt, die zum Betrieb der Server gebraucht werden, kommen weitere 100 Watt, um die erzeugte Verlusthitze zu kühlen", rechnet Reger vor. Bei großen Serverfarmen kann die Stromrechnung in drei Jahren die Kosten der Infrastruktur leicht übersteigen. "Das ist einfach unwirtschaftlich. Bei intelligentem Strommanagement könnten viele Netzteile und damit auch Kosten eingespart werden", fordert Reger ein industrieweites Überdenken der Energiestrategie. (pte)

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