Spieglein an der Wand

28. März 2007, 12:03
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Umfrage: Österreicher sind mit ihrer Figur unzufrieden - Für rund ein Viertel sind Schönheitskorrekturen vorstellbar

Wien - Hier ein paar Kilos zu viel, dort ein ungewolltes Speckröllchen: Die Österreicher sind mit ihrer Figur unzufrieden. Das ergab eine Umfrage des Meinungsforschungsinstituts Marketagent.com, das den Schönheitswahn unter die Lupe genommen und knapp 5.000 Personen aus Österreich, Deutschland und der Schweiz dazu befragt hat. So jammern 77,3 Prozent der Österreicher über ihr Gewicht, 65 Prozent über ihren Bauch und 57,4 Prozent über ihre Figur ganz allgemein.

Die Problemzonen

Für fast ein Drittel (32,5 Prozent) aller Befragten ist das eigene Aussehen sehr wichtig. Die häufigsten Problemzonen sind bei allen anderen Teilnehmern - wie auch bei den Österreichern - das Gewicht (74,2 Prozent), der Bauch (64,2 Prozent) und die Figur (53,5 Prozent). Auf den weiteren Plätzen der "Mängel-Hitparade" folgen die Zähne (33,0 Prozent), der Po (32,8 Prozent) und die Beine (30,4 Prozent). Am wenigsten Zweifel lösen Arme, Hände und der Hals aus. Interessanterweise haben nur acht Prozent wegen ihrer Falten Sorgen. Zur Korrektur des als störend empfundenen Makels wäre ein Viertel bereit, sich "unters Messer" beziehungsweise "unter die Spritze" zu legen.

Eher weibliches Problem

Frauen messen dem äußeren Erscheinungsbild eine vergleichsweise höhere Priorität zu: So ist für 39 Prozent der weiblichen, aber lediglich 24 Prozent der männlichen Befragten das Aussehen von "sehr großer Bedeutung". In der Altersgruppe 60 plus spielt das Äußere dann schon eine geringere Rolle: Nur noch 19 Prozent bewerten es mit der höchsten Wichtigkeitsnote, bei den Jugendlichen unter 20 Jahren sind es noch 39 Prozent.

Männer zufriedener mit Aussehen

Aber an Selbstbewusstsein mangelt es nicht: Drei von vier Teilnehmer bewerten das eigene Aussehen als zumindest "eher zufrieden stellend". Dies entspricht auf einer fünfstufigen Skala einem Mittelwert von 2,3. Interessant ist in diesem Zusammenhang das umgekehrte Geschlechterverhältnis im Vergleich zur Wichtigkeit des eigenen Aussehens: Bei der Bewertung der eigenen Schönheit sehen sich die Männer knapp voran: 8,7 Prozent der Männer und 7,5 Prozent der Frauen sind mit dem eigenen Spiegelbild uneingeschränkt glücklich.

Schweizer schätzen sich am schönsten ein

Im Ländervergleich findet man laut dieser Selbsteinschätzung in der Schweiz die schönsten Menschen, so Thomas Schwabl, Geschäftsführer von Marketagent.com: 9,1 Prozent der Eidgenossen sind mit dem eigenen Aussehen voll und ganz zufrieden. In Österreich sind es immerhin auch noch 8,4 Prozent, in Deutschland 6,4 Prozent.

Bereit für Messer und Spritze

Für 25 Prozent ist es vorstellbar, sich für die eigene Schönheit unter das Messer beziehungsweise unter die Spritze zu legen. Frauen (32,3 Prozent) sind dem Thema gegenüber offener, mit steigendem Alter sinkt die Bereitschaft. So können sich eine Schönheits-Operation 31 Prozent der 20- bis 29-Jährigen, aber nur 14 Prozent der 60-Jährigen vorstellen. Die erstaunlich hohe Bereitschaft zu einer Schönheitskorrektur wird dadurch relativiert, dass man dabei zunächst an ein gepflegtes Gebiss denkt und sich Implantate, Veneers oder Bleaching vorstellen kann. Eine relativ große Rolle spielen bei Frauen aber auch Maßnahmen wie Fettabsaugen, Bauchstraffung, Brustverkleinerung, -vergrößerung oder -straffung. Männer dagegen wären eher zu Nasen- und Ohrenkorrekturen sowie Haartransplantationen bereit. Entschiedene Gegner von Schönheitsoperationen sind die unter 20-Jährigen und die über 50-Jährigen. (APA)

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