"Auge um Auge - Todesstrafe im Film" im Top Kino

21. November 2006, 23:38
posten

Filmschau von 20. bis 26. November in Kooperation mit amnesty international

Wien - Eine umfangreiche Filmschau zum Thema "Todesstrafe im Film" hat der Verein LichtBlick in Kooperation mit amnesty international gestaltet. Ab 20. November läuft im Wiener Top Kino eine Woche lang die Reihe "Auge um Auge", die "in Zeiten, in denen einfache Lösungen für komplexe Probleme Hochkonjunktur haben", einen cineastischen Gegenentwurf präsentieren möchte, wie es seitens der Veranstalter heißt. Geboten wird ein vielschichtiges Programm, "in dem filmgeschichtlich Bedeutsames ebenso vertreten ist wie entdeckenswerte Raritäten und Dokumentarfilme, die zum genaueren Hinsehen auffordern".

Klassiker, Raritäten und Dokus

Den Anfang macht am Montag um 21 Uhr der indische Film "Nizhalkkuthu" (Dunkle Schatten) von Adoor Gopalakrishnan, der eine Familie in den Mittelpunkt stellt, die von den Vergünstigungen lebt, die ihr der Maharadscha nach jeder Hinrichtung gewährt. Davor gibt es im Depot noch eine Lesung von Dorothee Frank unter dem Titel "Menschen töten". Dass manche Urteile zu schnell gefällt werden und diese im Falle der Todesstrafe dann auch irreversibel sind, machen am Dienstag der DDR-Film "Das Beil von Wandsbek" und "Ein zum Tode Verurteilter ist entflohen" von Robert Bresson - beide aus den 50er Jahren - deutlich.

In der Reihe vertreten sind auch Joe Berlinger und Bruce Sinofsky, die kürzlich mit ihrer Metallica-Doku "Some Kind of Monster" für Aufsehen sorgten. Ihre vom "real cinema" beeinflussten Filme "Paradise Lost 1 und 2" laufen am Mittwoch und Donnerstag, nicht zuletzt mit der Musik von Metallica unterlegt.

Dazu kommen die Fritz Lang-Klassiker "M - Eine Stadt sucht einen Mörder" und "Beyond a resonable doubt" sowie die jüngeren Hollywood-Produktionen "Monster" und "Capote". Der Roman "In Cold Blood" von Truman Capote, der dafür als Vorlage diente, wurde 1967 bereits von Richard Brooks verfilmt und ist am Samstag (25.11.) zu sehen. Nicht fehlen darf in einer solchen Filmschau zudem ein Meisterwerk aus Polen: Krzysztof Kieslowskis "Ein kurzer Film über das Töten" ist ein drastisches und leidenschaftliches Plädoyer gegen die Todesstrafe. (APA)

  • "Koshikei / Tod durch Erhängen" (Nagisa Oshima, 
Japan 1968)
    foto: lichtblick

    "Koshikei / Tod durch Erhängen" (Nagisa Oshima, Japan 1968)

Share if you care.