Erschwingliches Breitband via Schüssel

22. November 2006, 10:17
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Ab Frühjahr 2007 - Neue Technik vereinfacht Zwei-Wege- Satellitensystem

Der deutsche Anbieter für Breitbandanschlüsse per Satellit, Filiago, testet derzeit in einer Kooperation mit SES Astra ein Zwei-Wege-Satellitensystem, das frühestens im März kommenden Jahres auf den Markt kommen soll. Bisher bietet Filiago nur das Ein-Wege-Satellitensystem an, bei dem schnelle Datendownloads möglich sind. Daten können bei diesem System nicht versendet werden und somit ist ein Kabelanschluss nach wie vor notwendig.

Kooperation

Durch die Kooperation mit Astra soll die für das Zwei-Wege-System neben der Satellitenschüssel zusätzlich benötigte Antenne auch für Privatkunden erschwinglich werden. Derzeit kostet die Antenne zwischen 2.000 und 5.000 Euro und muss von einem Fachmann aufgebaut werden. "Wir werden die neue Antenne um 200 Euro anbieten können. Außerdem wird die Technik simpler, so dass der Kunde die Antenne selbst aufbauen kann", kündigt Oliver Nack, Kundenbetreuer bei Filiago, gegenüber pressetext an.

In den Kinderschuhen

Das 2003 gegründete Unternehmen hat in Deutschland rund 1.000 Festkunden und schätzungsweise 10.000 by-call-Kunden, die keinen Vertrag abgeschlossen haben. Nack ist überzeugt, dass mit Einführung des Zwei-Wege-Satellitensystems und den niedrigeren Kosten Filiago das Nischendasein hinter sich lassen und DSL-Anschlüssen Konkurrenz machen könne. Immerhin gibt es noch genügend weiße Flecken im Breitbandatlas, vor allem in Ostdeutschland.

Wichtig

Für Unternehmen, die ohne schnelles Internet auskommen müssen, kann das unter Umständen Existenz bedrohend werden. In einer Umfrage der IHK Brandenburg gaben 40 Prozent der Unternehmen an, dass ihnen kein Anschluss zur Verfügung stehe. Der Ausbau durch die Deutsche Telekom geht nur schleppend voran, da das kurz nach der Wende teuer ausgelegte, breitbanduntaugliche Glasfasernetzwerk durch herkömmliche Kupferkabel ersetzt werden muss. Auch die Breitbandinitiative hat die Entwicklungen in vielen Gebieten nicht beschleunigen können. Umso verwunderlicher ist es, dass Betreiber von Breitband via Satellit nicht eingeladen wurden, an der Initiative teilzunehmen. (pte)

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