Ausbreitung von Krankheiten durch Klimawandel

26. Juli 2007, 12:33
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WHO-Klimakonferenz: In Mittelmeerländern gibt es ein erhöhtes Risiko für Dengue-Fieber und West-Nil-Virus - vor allem tropische und subtropische Klimazonen betroffen

Nairobi - Die globale Erwärmung hat nach Einschätzung internationaler Gesundheitsexperten eine dramatische Ausbreitung von Krankheiten zur Folge. So sei in den vergangenen Jahren ein Anstieg von Infektionen mit Malaria und Dengue-Fieber sowie von Herzkrankheiten in Europa, Kenia und China zu beobachten gewesen. "Der Klimawandel könnte die öffentliche Gesundheitsversorgung überrollen", warnte WHO-Expertin Kristie Ebi während der UN-Klimakonferenz in Nairobi.

Arme Länder betroffen

Die weltweit steigenden Temperaturen verschärften die Bedrohungen für die Gesundheit der Menschen, vor allem in Gesellschaften mit geringeren Einkommen, erklärte eine Gruppe von UN-Wissenschaftern. Betroffen seien vor allem Länder in tropischen und subtropischen Klimazonen. WHO-Sprecher Diarmid Campbell Lendrum kritisierte, dass unter diesen Folgen vor allem Gebiete zu leiden hätten, die selbst nur wenig zur Erderwärmung beitrügen.

Beispiel Malaria

Selbst ein relativ geringer Temperaturanstieg könne die Zahl von Moskitos bereits verzehnfachen, erklärte Solomon Nzioka vom kenianischen Gesundheitsministerium. Die WHO-Ärztin Bettina Menne betonte, während Malaria vor zwei Jahrzehnten nur in drei südosteuropäischen Ländern vorgekommen sei, habe sich die Krankheit inzwischen nach Russland und in ein halbes Dutzend weitere Länder ausgebreitet.

Vor allem in Mittelmeerländern gebe es außerdem ein erhöhtes Risiko für einen Ausbruch von Dengue-Fieber und dem West-Nil-Virus, sagte Menne. (APA)

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