Diskussion über Schutzmasken

26. Juli 2007, 13:12
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Fachhandel kritisiert Qualität der im Supermarkt angebotenen Atemschutzmasken zur Pandemievorsorge

Innsbruck - In Drogerie- und Supermärkten in ganz Österreich werden derzeit Grippeschutzmasken zum Sonderpreis angeboten. Doch was als Grippeschutzmaske angepriesen wird, entpuppe sich offenbar als einfache Feinstaubmaske, berichtete das lokale Tiroler ORF-Radio am Dienstag. Der Fachhandel kritisiert demnach die Schutzwirkung. Die Weltgesundheitsorganisation hält sie für ausreichend.

Vom Gesundheitsministerium werden die Masken als Grippeschutz beworben, "Vorsorgen gibt Sicherheit" heißt es auf der Homepage des Ressorts. Doch bieten diese einfachen Feinstaubmasken auch tatsächlich Schutz vor Grippeviren?

Ärgernis für Fachhandel

Nina Jäger-Erhard ärgert sich. In ihrem Großhandelsunternehmen vertreibt sie auch Atemschutzmasken und kenne sich demnach aus mit den Bestimmungen. Es gibt drei Schutzstufen für Atemschutzmasken, und die, die es jetzt in Sonderaktion gibt, die P1-Maske, sei nicht die, die am besten gegen Grippeviren schützt: "Die Ansteckung bei Grippe und auch bei der Vogelgrippe erfolgt durch Tröpfcheninfektion. Und diese Tröpfchen bzw. Viren können bei P1-Masken durchdringen."

P3-Masken dichter

P1-Masken müssen nur 80 Prozent der Gefahrenpartikel und Viren herausfiltern, P3-Masken hingegen 99 Prozent. Von den Experten und Herstellern werden die dichteren P3-Masken als bestmöglicher Schutz vor Grippeviren empfohlen. Auf Nachfrage in einer Apotheke wurde eine solche zum Preis von 7,90 Euro angeraten.

Jäger-Erhard: "Eigentlich ist es ein Betrug am Konsumenten. Denn ihm wird vorgegaukelt, dass er mit der Maske im Supermarkt einen Schutz gegen Grippe erworben hat. Dem ist aber nicht so."

Rechtfertigung

Warum also das Gesundheitsministerium nicht gleich die beste, sondern die den Angaben zufolge billigste und am wenigsten wirksame Maske propagiert? Dazu Jürgen Beierlein, Pressesprecher des Gesundheitsministeriums: "Die P1-Maske bietet sehr wohl Schutz in öffentlichen Gebäuden, Liften und Verkehrsmitteln. Bei engerem Kontakt mit Infizierten - etwa im Krankenhaus - sind aber sehr wohl P3-Masken vorgesehen." Auch die Weltgesundheitsorganisation (WHO) sieht die billigeren Masken als Pandemievorsorge für gesunde Menschen als ausreichend an. (APA)

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