"Wiesen Festival" in Konkurs

20. März 2007, 12:51
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Verbindlichkeiten belaufen sich auf 1,5 Millionen Euro

Eisenstadt - Die burgenländische "Wiesen Festival and Concerts Veranstaltungs GmbH", Veranstalter des traditionsreichen Jazzfestes und zahlreicher weiterer musikalischer Großevents, hat Konkurs angemeldet. Das Büro der Veranstaltungs GmbH bestätigte gegenüber der APA entsprechende Berichte im "WirtschaftsBlatt" und der "Presse" von heute, Dienstag. Der Festival-Chef Franz Bogner war für eine Stellungnahme vorerst nicht erreichbar.

Die "bereinigten Verbindlichkeiten" belaufen sich laut "WirtschaftsBlatt" auf 1,5 Mio. Euro, davon würden 343.000 Euro auf Banken entfallen. Grund für die Zahlungsunfähigkeit sei eine Überschwemmung im Juli dieses Jahres. Die "bereinigten Aktiva" betragen 128.000 Euro.

Starker Regen im Sommer führte zur Überschwemmung und Vermurung des etwa 18 Hektar großen Veranstaltungsgeländes - ausgerechnet einen Tag vor dem Forestglade-Festival. Der Sachschaden sei nicht so hoch ausgefallen, aber die Veranstaltung konnte nicht durchgeführt werden. Künstlergagen und Marketing mussten jedoch bezahlt werden, wodurch ein Schaden von 400.000 Euro entstanden sei.

Veranstalter hofft auf Weiterführung

Franz Bogner, Vermieter des Festivalgeländes in Wiesen, hofft auf eine Weiterführung. "Ich bin optimistisch, man muss immer nach vorne schauen", so Bogner im Gespräch mit der APA am Dienstagnachmittag. Zahlen könne er noch keine nennen, derzeit prüfe der Masseverwalter.

Bogner ist nach eigenen Angaben nicht mehr Chef der Veranstaltungs GmbH, denn Ende September übernahm Konstantin Huber die Geschäfte. Nun werde das Unternehmen vom Masseverwalter geführt. "Die Überschwemmung im Sommer war ein harter Schlag für uns, denn wir hatten die Künstlergagen bereits gezahlt", so Bogner. Er hoffe, dass es trotz der Insolvenz weitergeht und im nächsten Jahr in Wiesen wieder Großevents stattfinden können. Das Gelände könnte jedenfalls auch von einem anderen Veranstalter gemietet werden. "Wir müssen jetzt auf die Überprüfung durch den Masseverwalter warten und darauf, was beim Zwangsausgleich rauskommt", meinte Bogner.

Masseverwalter ist der Mattersburger Rechtsanwalt Willibald Stampf, der alle offenen Forderungen prüft. Geplant sei nun ein Zwangsausgleich, am 18. Dezember sei Prüfungstagsatzung, erklärte Stampf auf Anfrage der APA. Bis Mitte Jänner nächsten Jahres sollte der Konkurs aufhebbar sein, wenn die Gläubiger zustimmen. Zahlen könne auch er noch keine nennen, "ich glaube aber, dass sie recht hoch gegriffen sind". Laut Medienberichten sollen die "bereinigten Verbindlichkeiten" 1,5 Mio. Euro betragen. "Die Chancen stehen gut, dass im kommenden Jahr wieder Festivals stattfinden", so Stampf. (APA)

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