Idomeneo: Lediglich "Unmutsbekundungen von Opernpuristen"

14. November 2006, 12:52
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Regisseur Neuenfels: Briefe enthielten keine religiösen oder politischen Drohungen - Im Stück werden verschiedene Religionsführer enthauptet

Berlin - Opernregisseur Hans Neuenfels hat Berichte über Drohungen im Zusammenhang mit seiner umstrittenen Berliner "Idomeneo"-Inszenierung klargestellt. Er habe weder religiös noch politisch beabsichtige Drohbriefe bekommen, sondern "Unmutsbekundungen von Opernpuristen, die mich schon seit Beginn meiner künstlerischen Laufbahn begleiten", sagte Neuenfels am Montag der dpa in Berlin. Damit präzisierte er von ihm wiedergegebene Äußerungen im Nachrichtenmagazin "Focus", die aus dem Zusammenhang gerissen worden seien.

Futter für die Angstchimäre

"Ich lasse mich nicht dazu missbrauchen, dieser bescheuerten Angstchimäre Futter zu geben", sagte Neuenfels mit Blick auf den Streit um seine Mozart-Produktion an der Deutschen Oper Berlin. Intendantin Kirsten Harms hatte das Mozart-Stück nach angeblichen islamistischen Drohungen zunächst abgesetzt. Nach Protesten und einer Entwarnung der Sicherheitsbehörden hatte Harms das Werk für Dezember wieder auf den Spielplan genommen. Am Ende der Inszenierung werden der Prophet Mohammed und andere Religionsführer enthauptet. (APA/dpa)

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    foto: deutsche oper, berlin/maria eggert
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