Billigoffensive der US-Filmindustrie in China

9. Juli 2007, 11:30
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Strafrechtliche Verfolgung dämmt Schwarzmarktangebot nicht ein

Die News-Corp.-Tochter 20th Century Fox folgt bei der Bekämpfung des Geschäfts mit Filmraubkopien in China mit eineinhalb jähriger Verspätung seinem Rivalen Time Warner und bringt nun auch verbilligte legale DVDs auf den Markt. Weil verschärfte Gesetze und strafrechtliche Verfolgung dem chinesischen Schwarzmarkt bislang nichts anhaben konnten, versuchen die Filmstudios mit einer Billigoffensive verlorenen Boden wieder gut zu machen. Der Grund, weshalb der Schwarzmarkt in China nach wie vor blüht, ist unter anderem, dass es viel einfacher sei an eine illegale Kopie zu kommen, als an eine legale DVD, berichtet das Wall Street Journal.

Legales

"Viele Konsumenten wollen legale Produkte kaufen, aber sie können sie nicht finden", erklärt Guo Zilong, Vorsitzender von Zoke, Vertriebspartner von Fox in China. Die Einführung verschärfter Anti-Piraterie-Gesetze ist eine Voraussetzung, um den Verkauf legaler DVDs in ein lohnendes Geschäft zu verwandeln. Bislang setzten die Filmstudios nur die chinesische Regierung unter Druck, die Strafverfolgung gegen Filmpiraten zu verschärfen, investierten allerdings nicht in den Aufbau eines deckenden Angebots legaler DVDs, da der Markt als hoffnungslos angesehen wurde.

Drei Dollar pro Sück

Die Preise der legalen DVDs werden sich auf rund drei Dollar pro Stück belaufen. Auf dem Schwarzmarkt kostet eine DVD zwischen einem und zwei Dollar. Der chinesische Markt ist für Fox aus zwei Gründen wichtig: Zum einen ist man aufgrund der gedrosselten Verkäufe in den USA auf der Suche nach neuen, noch nicht gesättigten Märkten wie etwa in China, Russland oder Brasilien. Zum anderen ist China ein besonders interessanter Markt für Hollywood, da jährlich nur eine Auswahl an 20 ausländischen Filmen in den Kinos gespielt werden darf und somit die Nachfrage nach ausländischen Film-DVDs sehr hoch ist. Die Motion Picture Association of America schätzt die Verluste, die die Filmpiraterie in China im vergangenen Jahr ihren Verbandsmitgliedern verursacht hat, auf 244 Mio. Dollar. (pte)

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