Ein neues Weltbild bei Axel Springer in Berlin

von Redaktion  |  27. November 2006, 12:02

Die Redakteure der "Welt" erleben diese Woche gleich zwei Premieren: Chefredakteur wechselt, Newsroom startet

Die Redakteure der "Welt" erleben diese Woche gleich zwei Premieren. Mittwoch übernimmt Thomas Schmid die Chefredaktion des Springer-Blattes. Roger Köppel verabschiedete sich nach nur zweijährigem Wirken dort wieder in seine Schweizer Heimat, wo er die "Weltwoche" nun auch als Gesellschafter übernimmt.

Freitag startet "Die Welt" das "Projekt Newsroom": Im 15. Stock des Axel-Springer-Hauses wurde die "größte integrierte Zeitungs- und Onlineredaktion Deutschlands" (Eigenwerbung) eingerichtet.

Auf 50 Arbeitsplätzen werken künftig 150 Journalisten von sechs bis 24 Uhr im Schichtbetrieb - Schreiber der Welt, "Welt am Sonntag", "Welt kompakt", der "Berliner Morgenpost" und welt.de.

Ernsthafte überregionale Konkurrenz

Schmid soll "Die Welt" endlich zur ernsthaften überregionalen Konkurrenz von "Süddeutscher" und "Frankfurter Allgemeiner Zeitung" machen. Schmid kehrt nur zurück, er leitete von 1998 bis 2000 das Welt-Meinungsressort, dann führte er das Politikressort der Frankfurter Allgemeinen Sonntagszeitung. Zeitung soll nicht Fernsehen nachahmen, meint er und will sich den täglichen "naiven" Blick auf die Welt bewahren.

Köppel weint man nicht nach, hatte er doch gern das "Lob dem Unternehmer" angestimmt - auch (und als einziger der Branche), als sich Kollegen der "Berliner Zeitung" gegen deren Verkauf an britische Investoren wehrten. (Birgit Baumann aus Berlin/DER STANDARD; Printausgabe, 13.11.2006)

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