Managervergütung: Zenit ist noch weit

11. November 2006, 17:00
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Vor allem die variablen Vergütungen lassen die Vorstandsgagen weiter deutlich steigen. In Europa sei der Zenit noch lange nicht erreicht

Die Arbeiterkammer hatte kürzlich errechnet, dass es den Vorständen von fast einem Dutzend der heimischen ATX-Unternehmen in den vergangenen fünf Jahren gelungen ist, ihr Gehalt zu verdoppeln. Durchschnittlich verdienten demnach die Vorstände der Börsenfirmen das 35-Fache eines durchschnittlichen Arbeitnehmers.

Conrad Pramböck, Compensations-Experte bei Neumann International, hat nun seinen aktuellen Gehaltsreport vorgelegt und sieht nach durchschnittlich 4,3 Prozent plus 2005 im kommenden Jahr fast fünf Prozent mehr für Spitzenmanager. Vor allem die variablen Vergütungsanteile (zwischen 50 und 100 Prozent des Jahreseinkommens) trage zum deutlichen Anstieg der Vorstandsgehälter bei.

Auch wenn der Durchschnittswert wenig sagt: In großen österreichischen Aktiengesellschaften sind derzeit an der Spitze rund 375.900 Euro brutto im Jahr zu verdienen, davon 249.300 Grundbezug. 493 Vorstandseinkommen in 168 Aktiengesellschaften hat Pramböck dafür untersucht. „Auch wenn gerade im Laufe des Aufstiegs in der Unternehmenshierarchie das Gehalt immer wichtiger wird: Zentral für die Leute ist es, nicht unterbezahlt zu sein. Angemessenheit ist der Schlüsselbegriff.“ Vergleichbarkeit fehlt im Topbereich allerdings – damit auch ein gewisses Korrektiv (sollte es überhaupt erwünscht sein).

Lediglich international sieht Pramböck Benchmarks, dort sei aber zu erkennen, dass sich die Bezüge an den Spitzen nach oben schrauben. Angesichts der dreistelligen Millioneneinkommen von US-Vorständen: „Die Managervergütung in Europa hat noch lange nicht den Zenit erreicht“, sagt Pramböck. Obergrenzen hält er aber nicht für zielführend: „Das macht wegen der hohen Mobilität keinen Sinn.“ (Karin Bauer/ Der Standard, Printausgabe, 11./12.11.2006)

  • Die Verdoppelung der Einkommen von ATX-Vorständen seit dem Jahr 2000 erregte schon die Gemüter. Das Ende der Fahnenstange gilt aber noch lange nicht als erreicht
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    Die Verdoppelung der Einkommen von ATX-Vorständen seit dem Jahr 2000 erregte schon die Gemüter. Das Ende der Fahnenstange gilt aber noch lange nicht als erreicht

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