Schlechte Zahlen: Linzer PC-Hersteller Gericom in Nöten

19. November 2006, 18:43
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Unternehmen beruft außerordentliche Hauptversammlung ein - Verlust droht halbes Grundkapital zu übersteigen

Nach einem schlechten Geschäft im Jahresverlauf könnte der Verlust beim börsenotierten Linzer Notebookherstellers Gericom heuer das halbe Grundkapital aufzehren. "Gegebenenfalls" werde der Vorstand bei der eilig einberufenen außerordentlichen Hauptversammlung am 20. Dezember eine entsprechende Pflichtbekanntgabe nach den Börsegesetz tätigen, geht aus der am Freitag veröffentlichten Tagesordnung hervor.

Wörtlich

In Paragraf 83 im Börsegesetz heißt es wörtlich: "Ergibt sich bei Aufstellung der Jahresbilanz oder einer Zwischenbilanz oder ist anzunehmen, dass ein Verlust in der Höhe des halben Grundkapitals besteht, so hat der Vorstand unverzüglich die Hauptversammlung einzuberufen und dieser davon Anzeige zu machen." Die Eigentümer müssen dann entscheiden, wie es mit dem Unternehmen weitergehen soll.

Nicht erreichbar

Bei Gericom selbst war am Freitag weder Firmenschef Hermann Oberlehner noch der erst heuer nominierte Finanzvorstand Helmut Wiesbauer erreichbar. Investor Relations-Manager gibt es keinen mehr. Auch die Verträge mit dem früheren PR-Betreuer Publico wurden gekündigt. Über die Eigentümerverhältnisse herrscht derzeit Unklarheit. Der deutsche Konkurrent Medion, der 2004 ein Viertel des Unternehmens übernehmen wollte, beteuerte am Freitag, nach einem Rechtsstreit mit Oberlehner nie Anteile an Gericom besessen zu haben.

Einbruch

Nach Einberufung einer außenordentlichen Hauptversammlung ist die Gericom-Aktie mit der Wiederaufnahme des Handels am Freitagnachmittag drastisch eingebrochen. Das an der Frankfurter Börse gehandelte Papier sackte binnen kurzer Zeit um über 16 Prozent auf 0,92 Euro ein. Seit dem Jahreshoch im März hat die Aktie drei Viertel ihres Wertes eingebüßt. Im weiteren Verlauf (gegen 15 Uhr) notierte die Aktie dann bei exakt 1,00 Euro und damit etwa 9 Prozent unter dem Schlusskurs des Vortages.

Verlust verdoppelt

Gericom hatte im Halbjahr seinen Verlust auf 13,5 Mio. Euro verdoppelt und zuletzt angekündigt, dass es seine Umsatzziele für das Gesamtjahr verfehlen werde. In der Ankündigung der außerordentlichen Hauptversammlung hat das Management nun Maßnahmen in Aussicht gestellt. Als mögliche Beschlüsse sieht die Tagesordnung eine "Ausgliederung der Unternehmensbereiche Service und/oder Produktion" und "die Änderung des Firmenwortlautes in IIT Services AG" vor.

Die Notebook-Produktion in Linz hat Gericom schon im Vorjahr eingestellt. Dennoch beschäftigt das Unternehmen laut Daten des Kreditschutzverbands von 1870 (KSV) in Österreich nach wie vor 178 Mitarbeiter. (APA)

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