Vista braucht kein Antivirenprogramm

9. März 2007, 11:57
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Microsofts Co-President Allchin von Sicherheitsfeatures überzeugt

Am Mittwoch verkündete Microsft, dass Windows Vista fertig sei.

Nur die Business-Version war gemeint

Wie das Nachrichtenportal Cnet jetzt herausgefunden hat, war damit offenbar die zuerst erscheinende Business-Version gemeint. Weitere Arbeiten für die am 30. Januar 2007 Privatkunden-Version seien aber nur oberflächlicher Natur, so Microsoft. Anlässlich der Produktionsankündigung hat Microsofts Co-President Jim Allchin erneut auf die verbesserten Sicherheitsfeatures von Vista hingewiesen. So ließ er unter anderem mit der Aussage aufhorchen, er habe kein Problem damit, sollte das neue Betriebssystem von seinem 7-jährigen Sohn einmal ohne aktivierte Antiviren-Software verwendet werden.

Aktivierung der Parental-Control-Funktion

Voraussetzung dafür ist Allchin zufolge die Aktivierung der Parental-Control-Funktion, die Eltern und Erziehungsberechtigten eine weitreichende Kontrolle über die Webaktivitäten ihrer Sprösslinge gibt. So können Eltern festlegen, welche Webseiten besucht werden und auf welchen Adressen Downloads gestattet sind. Weiters wies Allchin auf die von Grund auf überarbeitete Vista-Architektur und das neue ASLR-Verfahren (Address Space Layout Randomization) hin. ASLR sorgt für die dynamische und computerspezifische Organisation der Hauptspeicher-Bereiche. Da unter Vista Applikationen bei verschiedenen Computern per Zufallsprinzip in unterschiedliche Bereiche des Hauptspeichers geladen werden, gehen viele der herkömmlichen Wurmangriffe, die es auf einen bestimmten Systembereich abgesehen haben, nun ins Leere.

Barriere um Barrier

"Wir haben Barriere um Barriere aufgezogen und die Sicherheit gegenüber Windows XP SP2 entscheidend verbessert. Natürlich werden mit der Zeit die Anforderungen wieder steigen, aber zum jetzigen Zeitpunkt ist Vista das sicherste System, das derzeit möglich ist", so Allchin. Im Gespräch mit pressetext kann der Sicherheitssprecher von Microsoft Austria, Gerhard Göschl, diese Meinung nur unterstreichen: "Zusätzlich zu den erwähnten Features sorgt gerade auch der neue Internet Explorer 7 in Kombination mit Vista für einen verbesserten Schutz."

Anleihen an Unix

Göschl zufolge wird der überarbeitete Browser in der Vista-Umgebung standardmäßig in einem geschützten Modus laufen. Das bedeutet, dass die Applikation als Dienst mit niederer Berechtigungsstufe eingestuft ist, der nicht direkt auf das Betriebssystem zugreifen kann. Auch beim Rechtemanagement geht man verstärkt auf Nummer sicher. "Im Gegensatz zu XP sieht Vista vor, dass Anwender für ihre tägliche Arbeit am Computer einen Modus mit eingeschränkten Rechten verwenden. Administratoren-Rechte werden passwortgeschützt nur für bestimmte Installationsprozesse und den damit zusammenhängenden Zeitraum gewährt", so Göschl. Damit will Microsoft verhindern, dass schadhafte Programme ohne Wissen der User und unter Ausnützung von Administratoren-Rechten sich im System einnisten können. (pte)

  • Jim Allchin, seines Zeichens Windows-Chefentwickler

    Jim Allchin, seines Zeichens Windows-Chefentwickler

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