Amazonenhaft

Redaktion, 15. November 2006, 16:42
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    Erst im 18. Jhd. wurde Reiten eine Art Zeitvertreib. Daher kam für die Damen eine eigene Reitkleidung auf.

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    Reitkleid aus dem Jahr 1898

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    "Amazonenkleid" um 1921

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    Zeitgenössisches Modell einer Reithose

Die Reitkleidung war die erste Sportmode überhaupt und wurde im 19. Jahrhundert entwickelt: Amazonenkleid, Safety habit, Cutaway und Breeches als spezielle Formen der Entwicklung

Als sich im Mittelalter die Jagd vom Zweck des Nahrungserwerbs zur höfischen Unterhaltung wandelte, wurde auch die Frage der entsprechenden Kleidung Thema der Mode. Davor war es Usus, die Alltagskleidung auch zum Reiten zu tragen. Zu einer Art Zeitvertreib entwickelte sich das Reiten aber erst im 18. Jahrhundert, wofür im 19. Jahrhundert der Begriff "Sport" geschaffen wurde. Und damit kam - vor allem für Frauen - ein eigenes Gewand auf, das laut Kostümhistorikerin Ingrid Loschek die erste Sportkleidung überhaupt war: das Amazonenkleid.

Dieses bestand aus einem mäßig weitem Reifrock, einer hüftlangen, taillierten und glockig ausgestellten Schoßjacke mit Reverskragen, einer Weste darunter und einem dreieckigen Hut, Dreispitz genannt. Interessant ist, dass bereits Katharina von Medici den seitlichen Damenreitsitz verändert hat, sodass die Füße nicht mehr auf ein Brettchen gestellt, sondern das rechte Bein über ein Sattelhorn geschlagen wurde. Wegen des flatternden Rockes führte sie knielange, samtene oder wildlederne Unterhosen ein.

Rockformen

Nach 1830 erfuhr das Amazonen-Outfit eine Abänderung. Über dem Korsett trug die Reiterin eine anliegende, weiße Lingeriebluse oder eine Tuchtaille (Jacke) mit kleinen Frackschößen und modischen Ärmeln. Der Rock entsprach bis zum beginnenden 20. Jahrhundert mit wenigen, den Erfordernissen entsprechenden Vereinfachungen - teilweise auch mit Schleppe - der jeweiligen Mode. Auf der linken Seite reichte er bis zu den Sporen, auf der rechten Seite war er wesentlich länger gehalten und wurde zum Gehen auf gleiche Länge hochgeknöpft. Das züchtige und praktischere Darunter bildete ein langes Beinkleid mit Steg oder eine Kniehose mit Gamaschen. Die dazu gehörige Bluse war im Stil eines Herrenhemdes gehalten, mit Plastron oder Krawatte. Ein Zylinder mit Schleier sowie Schnürstiefletten mit niedrigem Absatz rundeten das Ensemble ab. Die Reitkleidung der Frau beeinflusste wesentlich das Aufkommen des Kostüms.

Ende des 19. Jahrhunderts existierten drei verschiedene Arten des Reitkleides, wobei der Rock eher "kurz", das Jäckchen extrem eng und die Hosen lang genug waren, um unter dem Fuß befestigt werden zu können. Für fürstliche Damen in Deutschland - in Österreich war dies nicht der Fall - gab es auch eine Besonderheit: Manche von ihnen trugen die Uniform und Ausrüstung der Offiziere samt Gradabzeichen. Geritten wurde stets im Damensattel. Der Reitrock entsprach farblich der Offizierhose. Anstelle eines Helms diente ein Hut in altpreußischer Form als Kopfschmuck.

Safety habit

Zu Beginn des 20. Jahrhunderts trug die Reiterin noch einen langen Rock, bald darauf einen langen, weiten Hosenrock, auch Rockbeinkleid genannt, der 1909 als "Safety habit" in London aufgekommen ist. Diese Entwicklung hatte Einfluss auf die Hose für die Frau. Zur klassischen, bis in die 1930er-Jahre getragenen Reitkleidung gehörte ein links etwas kürzerer, geschlitzter Rock. Unter all diesen Rockformen wurden Kniehose und Stiefel getragen, dazu eine lange Schoßjacke in Herrenfasson mit modischen Ärmelformen.

Reitmode für den Herrn

"Redingote" (frz. vom englischen "riding-coat" abgewandelt) und Kniehose waren im 18. Jahrhundert für den Herrn vorgesehen. Dieser Reitmantel war zumeist zweireihig, leicht tailliert und anfänglich wadenlang. Etwas später entwickelte sich daraus der kürzere Reitrock, dessen Schöße zurück geschlagen oder zurück geschnitten wurden, woraus sich der Frack ergab. Die Reithose war knöchellang und aus strapazierfähigem Baumwoll-Jersey mit lederner Gesäßverstärkung. Dazu trug er bis Ende des 18. Jahrhunderts den Dreispitz, später den Zylinder, der als Reithut gesellschaftsfähig geworden ist.

Bis zur Mitte des 19. Jahrhunderts wurde in England der Cutaway, ein Schoßrock mit zurück geschnittenen Schößen, zu wadenlangen anliegenden Reithosen in Stiefeln getragen. Danach waren lange Hosen mit Steg zum kurzen, im Rücken geschlitzten Rock und Zylinder oder Melone (Bowler) in Mode. Gegen Ende des 19. Jahrhunderts kam die weite Kniehose mit einer breiten, zuknöpfbaren Passe unterhalb der Knie und Wickelgamaschen auf. Daraus entwickelten sich um die Jahrhundertwende die nach wie vor aktuellen "Breeches". (dabu)

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lupo 138
 
00
15.11.2006, 15:21
beau brummel

hätte mt seinem lebensverlängernden beitrag (rote statt grüne jackets) zur jagdmode durchaus erwähnung finden können.

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