Weltweit sicher Reisen

16. Jänner 2007, 12:01
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Experten appellieren an die Eigenverantwortung von Reisenden und Passagieren

Wien - Auslandsreisen sind bei den Österreichern sehr beliebt, Krankheiten und Unfälle werden bei der Planung aber selten berücksichtigt. Die Anzahl der Schadensfälle auf Reisen sei zwar rückgängig, "komplizierte und vor allem teure Fälle nehmen aber zu", erklärte der Vorstandsvorsitzende der Europäischen Reiseversicherung, Martin Sturzlbaum. Beim "Reise-Sicherheitsgipfel" am Donnerstagabend in Wien informierte die Versicherung zusammen mit Experten über vorbeugende Maßnahmen gegen große und kleine Unglücke auf Reisen.

Reisende oft schlecht informiert

Vor dem Reiseantritt würde vor allem oft auf die Gesundheit vergessen, mahnte die Reisemedizinerin Angelika Papousek: "Die Menschen informieren sich zwar über die Sehenswürdigkeiten, aber nicht über das nächste Krankenhaus." Krankheitsfälle im Ausland seien aber oft sehr kompliziert, und "die Kosten für einen normalen Touristen nicht abschätzbar". Die Tatsache, dass die Hälfte aller Österreicher sich ohne Reiseversicherung in den Urlaub begibt, ist für die Ärztin daher "verantwortungslos". Papousek appellierte daher an Passagiere, ihre Reise an den eigenen Gesundheitszustand anzupassen, notwendige Medikamente in ausreichender Menge einzupacken und sich vor Reiseantritt mit dem Hausarzt abzusprechen.

Vorsicht mit Bankomatkarten

Die Brieftasche und das Konto sind auf Reisen oft Ziel von Betrügern und Dieben. So auch im Fall des Todes zweier junger Österreicher, die Anfang Februar diesen Jahres in Bolivien wegen ihrer Bankomatkarten einer Verbrecherbande in die Hände fielen. Walter Bödenauer von Europay Austria empfahl daher Reisenden, das Behebungslimit "vor allem in einkommensschwachen Ländern auf die örtlichen Begebenheiten zu senken". Eine andere Variante seien Prepaid-Karten, die nur mit einem bestimmten Wertbetrag aufgeladen werden können. Probleme mit präparierten Bankomat-Terminals, wie sie in Österreich und den Nachbarländern im Juni des Jahres aufgetaucht waren, gäbe es nicht mehr. Es habe sich dabei um ein "Einmalereignis" gehandelt, dass es auf Grund von Nachjustierungen nicht mehr gäbe, so Bödenauer.

"Nicht glücklich" zeigte sich Heribert Ressmann, von der Vienna International Security Services (VIAS) am Flughafen Wien-Schwechat über die seit Montag geltenden Flüssigkeitsbeschränkungen auf allen Flügen. Er hoffe, dass "sich die EU nach einer sechsmonatigen Testphase auf ein vernünftiges Maß an Sicherheitsbestimmungen" einigen werde. Denn "anstatt einfach etwas zu verbieten" sollten die Passagiere laut Ressmann mehr in die Kontrolle einbezogen werden. "Es gibt auch andere Mittel, um Terroristen von normalen Passagieren zu unterscheiden", ist der VIAS-Geschäftsführer überzeugt. Als ein Modell der Zukunft kann er sich vollautomatische Kontrollen zum Beispiel bei Vielfliegern wie Geschäftsleuten vorstellen. (APA)

Infos: Europäische Reiseversicherung.
Reiseinformationen und aktuelle Reisewarnungen: Außenministerium
  • Geringe Information über das Reiseland und falsches Verhalten können schwerwiegende Folgen haben. (La Paz, Bolivien)
    foto: ham

    Geringe Information über das Reiseland und falsches Verhalten können schwerwiegende Folgen haben. (La Paz, Bolivien)

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