Grüne kritisieren Bestellung der neuen Jugendanwältin

5. Juli 2000, 13:21

Landeshauptmann Wendelin Weingartner und Prock verteidigen Bestellung

Innsbruck - Landeshauptmann Wendelin Weingartner (V) hat die Bestellung der Zweitgereihten Elisabeth Harasser zur neuen Tiroler Kinder- und Jugendanwältin verteidigt. Es sei notwendig gewesen, eine so "wichtige Funktion mit einer Frau, die zudem auch Juristin ist, zu besetzen", erklärte Weingartner in Beantwortung einer Grünen Anfrage am Mittwoch im Landtag. Auch der Ressortzuständige LHStv. Herbert Prock (S) stellte sich hinter die Entscheidung der Landesregierung.

"Erschreckend" sei, dass 20 Prozent aller Mädchen in ihrer Jugend Erfahrungen mit "sexuellen Belästigungen" machen würden. Daher sei es für eine Frau in der neubesetzten Position leichter, den "Zugang zu den Eltern und den Mädchen" zu finden. Darüber hinaus müsse es "der Regierung freistehen, solche Überlegungen und Entscheidungen zu fällen", betonte der Landeshauptmann. Angesichts der künftigen Personaleinsparungen sei die Besetzung dieser Postition durch Harasser, einer Anwältin mit "Doppelqualifikation" (Lehrerin und Juristin; Anm.), erklärbar, sagte Prock.

Radikale Selbstdarstellungen

Der Grüne Klubobmann, LAbg. Georg Willi, unterstrich, dass Harasser von der Kommission erst an zweiter Stelle nach dem bisherigen Tiroler Landes- und Jugendanwalt Franz Preishuber gereiht worden sei. Weingartner betonte, dass die Position "anders als bisher ausgeübt werden solle". Es dürfe nicht zu "radikalen Selbstdarstellungen" kommen. Vielmehr müsse sich die neue Anwältin primär "mit den Sorgen und Problemen der Kinder und Jugendlichen beschäftigen".

(APA)

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