Wasserstoff für alle

Viele Hoffnungen, aber auch zahlreiche Gefahren

Wie man mit Wasserstoff Auto fahren wird, ist nicht so einfach. Immer muss die Energiebilanz im Auge behalten werden. Je nachdem, woraus Wasserstoff produziert wird, ist er eine ökologisch sinnvolle Energieform oder nicht. Am leichtesten wäre es, ihn aus Atomstrom herzustellen. Doch dann heizt man das ganze Problemszenario rund um die Kernkraft an. Man kann Wasserstoff aber auch aus Erdgas gewinnen. Das ist relativ einfach und billig. Damit löst man aber kein Problem, wenn man von fossilen Brennstoffen wegwill.

Als ideale Energiequelle gelten Wind-, Wasser- und Sonnenenergie. Ein ökologisch reizvoller Weg wäre auch, Wasserstoff aus Biomasse herzustellen. Das Kernproblem bleibt immer die Energiebilanz, auf die genauestens geachtet werden muss. Denn auch bei Wasserstoff aus Biomasse werden möglicherweise große Mengen Düngemittel eingesetzt, die erstens umweltschädlich sind und zweitens wiederum ein Erdölprodukt.

Strom kommt nicht aus der Steckdose

Die Autoindustrie wird nicht müde zu betonen, dass sie sich selbstverständlich eine Wasserstoffwirtschaft auf Basis nachwachsender Rohstoffe wünscht. Die Techniker haben aber wenig Berührungsangst mit der Kernkraft. In Frankreich wird es ganz offen ausgesprochen, dass man am liebsten die Atomkraft zur Wasserstoffproduktion heranziehen möchte. Wasserstoff ist ein wichtiger Grundstoff für die chemische Industrie und wird seit 1920 großindustriell hergestellt.

Der Preis liegt je nach wirtschaftlichen und technischen Rahmenbedingungen bei mindestens acht Euro pro Kilo. Das entspricht energiemäßig umgerechnet einem Dieselpreis von 2,30 Euro ohne Steuern. Bevor Wasserstoff interessant wird, müssen herkömmliche Kraftstoffe noch sehr viel teurer werden. (Rudolf Skarics, AUTOMOBIL, 10.10.2006)

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Rudolf Skarics

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