Selbsttortung im Rabenhof

10. November 2006, 18:27
posten

Stefan Weber hatte keine Ahnung, dass sein Geburtstag gefeiert werden würde...

Stefan Weber hatte keine Ahnung, dass sein Geburtstag gefeiert werden würde. Und tat deshalb das, was er früher, auf der Bühne, auch getan hätte: Der Frontmann der legendären Rockformation "Drahdiwaberl" war am Mittwoch Zuseher bei der Premiere von "Great House of Horrors" von Peter Waldecks "Casa del Kungfu", als Rabenhoftheater-Chef Thomas Gratzer ihn auf die Bühne holte.

Die Überraschung gelang. Doch Weber ebnete mit seinem hinter grobem Wahnsinn als Rockklamauk getarntem, kompromisslosem Anecken an Spieß- und Bürgertum - so Gratzer - den Weg für vieles, was heute auf Wiens Bühnen darf. Und so einer darf alles zeigen, nur keine tiefe Rührung ob so einer Ehrung. Darum tat Weber, das, was - im Wortsinn - nahe lag: Er verbarg sein Gesicht. In der Torte.

Zweiter Aufguss

Erfolg ist (auch) eine Frage der Sichtbarkeit: Die Wodkaflasche ziert derzeit "zufällig" so manche Bar bei ViP-Events. Am Mittwoch trank Kathi Bellowitsch dann auf die "Premiere" von "Oval" (dem Wodka). Erstaunlich: Genau das tat die Ö3-Moderatorin schon am 13. Februar. Bloß hat danach niemand je wieder von "Oval" gehört. Doch da Erfolg weniger von der Ware als von der Präsentation abhängt, stimmt "Premiere" fast: Eine neue PR-Agentur kann Wunder wirken - gerade wenn Publikum & Produkt gleich bleiben. (Thomas Rottenberg, DER STANDARD Printausgabe, 10.11.2006)

  • Zweit-Prost: PR-Mann Jürgen Hirzberger, Bellowitsch
    foto: rott

    Zweit-Prost: PR-Mann Jürgen Hirzberger, Bellowitsch

Share if you care.