Drogensubstitution - Regelungen im Detail

26. Juli 2007, 13:35
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Die beiden Verordnungen zur Drogenersatztherapie umfassen eine ganze Reihe von Neuregelungen. Hier die wichtigsten Details

- Mittel der ersten Wahl in der Drogenersatztherapie sind nunmehr Methadon und Buprenorphin.

- Dies wird auch beibehalten bei Patienten mit weniger als zwei Jahre dauernder Opiatabhängigkeit und einem Alter von weniger als 20 Jahren.

- Bei der Ersteinstellung von Opiatabhängigen auf eine solche Behandlung wird bei Personen unter 20 Jahren und bei einer Opiatsucht von weniger als zwei Jahren die Einholung einer zweiten ärztlichen Meinung (Facharzt etc.) empfohlen, bei Personen unter 18 Jahren ist das in Zukunft Pflicht. Für unter 18-Jährige gelten generell spezielle Regelungen.

- Eine Zweitmeinung muss auch bei der Weiterbehandlung von HIV-Infizierten, Schwangeren und Jugendlichen eingeholt werden.

Entscheidend für die Praktikabilität der Drogenersatztherapie sind auch die Mitgaberegelungen bezüglich der Ersatzmittel für die Abhängigen. Hier muss der sprichwörtliche "Spagat" zwischen Sicherstellung der Versorgung von Abhängigen, die sich in Beschäftigungsverhältnissen oder in der Ausbildung befinden bzw. einsteigen wollen und der Einschränkung möglichen Missbrauchs geschafft werden.

Die Verordnung des Gesundheitsministeriums unterscheidet hier zwischen Methadon und Buprenorphin bzw. den retardierten Morphinen:

- Methadon und Buprenorphin können ohne Arbeitsverhältnis oder einer laufenden Ausbildung nicht mitgegeben werden. Sie müssen täglich in der Apotheke geholt werden.

- Bei zwölfwöchiger Behandlung kann berufsbedingt die Dosis für sieben Tage mitgegeben werden.

- Ohne Arbeitsverhältnis kann ein Bedarf für 14 Tage Urlaub im Kalenderjahr nach sechs Monaten Therapie mitgegeben werden.

- Es muss auch auf die Zumutbarkeit Rücksicht genommen werden.

- Ein aufrechtes Arbeitsverhältnis etc. und sechs Monate absolvierte Behandlung können bis zur Mitgabe des Bedarfs für 28 Kalendertage im Jahr führen.

- Darüber hinaus gibt es noch Möglichkeiten für Spezialregelungen im Einvernehmen mit dem zuständigen Amtsarzt.

- Bei den retardierten Morphinen werden die Mitgaberegelungen nur zum Teil strenger als bei den anderen Präparaten gefasst. Hier sind für die Mitgabe eines Wochenbedarfs (berufsbedingt) mindestens sechs Monate vorherige Behandlung erforderlich.

Für die Mitgabe des Bedarfs für 14 Tage Urlaub im Kalenderjahr (ohne Arbeitsverhältnis) sind sechs Monate vorherige Therapie die Bedingung.

- Für den Bedarf von 28 Kalendertagen (Urlaub) im Jahr ist die Mitgabe erst bei einem aufrechten Arbeitsverhältnis und sechs Monaten Therapie möglich. Darüber hinaus gibt es auch hier die Möglichkeit für Spezialregelungen im Einvernehmen mit dem zuständigen Amtsarzt. (APA)

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