PC-Hersteller Lenovo kommt außerhalb Asiens nicht voran

17. November 2006, 10:14
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Marke konnte in Europa und den USA nicht etabliert werden - Wettbewerb mit dell und HP wird zunehmend härter

Chinas führender PC-Hersteller Lenovo bekommt außerhalb Asiens weiter kein Bein auf den Boden und das zehrt an den Gewinnen. In den drei Monaten bis September ging das Netto-Ergebnis der weltweiten Nummer drei um 16 Prozent auf rund 38 Millionen US-Dollar zurück, wie der Konzern am Donnerstag mitteilte. Dem Unternehmen ist es seit dem Kauf der PC-Sparte von IBM für 1,25 Milliarden Dollar nicht gelungen, sich bei den Verbrauchern in Europa und den USA als bekannte Marke zu etablieren. Daran wird sich Experten zufolge auch in der absehbaren Zukunft nichts ändern.

Verfehlte Erwartungen

Das Quartalsergebnis verfehlte die Erwartung der Branchenexperten, die rund 43 Millionen Dollar erwartet hatten. Zu Jahresbeginn schrieb Lenovo noch rote Zahlen. Das Unternehmen kontrolliert zwar rund einen Drittel des chinesischen Marktes, des weltweit zweitgrößten nach den USA. Am Weltmarkt beträgt der Anteil aber nur knapp acht Prozent. Damit liegt der Konzern mit weitem Abstand hinter den beiden größten PC-Herstellern Dell und HP.

Harter Wettbewerb

Der Wettbewerb mit den beiden US-Konzernen wird zunehmend härter. Hintergrund ist das nachlassende Wachstum der Computer-Nachfrage, was auf die Preise drückt und damit Spuren in den Bilanzen hinterlässt. Einer der Gründe für diesen Trend ist die Tatsache, dass viele Verbraucher weltweit wegen der verspäteten Markteinführung des neuen Microsoft-Betriebssystems Vista ihre Käufe neuer PCs verschieben. Vista soll nun Anfang 2007 auf den Markt kommen. Branchenexperten des IT-Marktforschungsinstituts IDC erwarten für 2006 ein Wachstum des PC-Absatzes von 10,5 Prozent und von zwölf Prozent im kommenden Jahr. Zum Vergleich: 2005 betrug das Wachstum noch 16 Prozent.

Gewinn

Lenovo-Chef Yang Yuanqing kündigte im September an, dass eine Rückkehr zu starkem Gewinnwachstum noch mindestens drei Jahre dauern werde. Den Quartalsumsatz steigerte das Unternehmen leicht um 1,3 Prozent auf 3,7 Milliarden Dollar. Lenovo-Aktien, die im Quartal von Juli bis September um 19 Prozent und damit stärker als der Hongkonger Hang-Seng-Index gestiegen sind, lagen nach Vorlage der Zahlen kaum verändert. (Reuters)

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