Klestil fordert besseren Schutz für Minderheiten im Kosovo

5. Juli 2000, 17:32

Der Bundespräsident, im Bild mit UNO-Verwalter Kouchner, würdigt die Tätigkeit der internationalen Organisationen

Pristina - Bundespräsident Thomas Klestil hat einen besseren Schutz der Minderheiten - insbesondere der Serben - in der Provinz Kosovo gefordert. Dies sei die Voraussetzung für die Registrierung und Teilnahme der Volksgruppen an den bevorstehenden Lokalwahlen im Oktober, betonte Klestil am Mittwoch in der Provinzhauptstadt Pristina. Nur die Teilnahme der Serben an dieser Wahl könne sicher stellen, dass es in der Folge zu einer allgemein anerkannten Übertragung der Macht an lokale Institutionen und Persönlichkeiten komme.

Zugleich rief Klestil die Serben zu einer Teilnahme an den Wahlen und der Stärkung ihrer moderaten Kräfte auf. Die Teilnahme am Prozess des Neuaufbaus im Kosovo bringe "größeren Nutzen als die Hinwendung zum Regime in Belgrad". Nur durch "aktive Teilnahme" würden die Serben in der Lage sein, "die Zukunft des Kosovo mitzugestalten".

Klestil verwies auf die Solidarität der Österreicher

Mit seinem Besuch im Kosovo wolle er die große Bedeutung unterstreichen, die Österreich der Provinz und der gesamten Balkanregion weiterhin beimesse, erklärte Klestil. Er verwies auf die "große Solidarität" der österreichischen Bevölkerung, die alleine im Vorjahr im Rahmen der Aktion "Nachbar in Not" 587 Millionen Schilling an Spendengelder aufgebracht habe. Außerdem würdigte er die Tätigkeit der internationalen Organisationen beim Wiederaufbau des Kosovo. Dabei habe es "eine eindrucksvolle Liste an Leistungen" gegeben.

Die Pressekonferenz erfolgte nach der Teilnahme Klestils an einer Sitzung des Kosovo-Übergangsrates und einem Gespräch mit dem Leiter der UNO-Administration (UNMIK), Bernard Kouchner. Danach begab sich der Bundespräsident bei großer Hitze zu einem Besuch der österreichischen Soldaten der Friedenstruppe KFOR nach Suva Reka. 482 österreichische Soldaten sind dort derzeit zur Erhaltung des Friedens im von der deutschen Bundeswehr überwachten Sektor des Kosovo im Einsatz. (APA)

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