Ruhmloses Ende des Unternehmens Toplitzsee

9. Juli 2000, 16:56

Offiziell weiter Stillschweigen über Ergebnisse

Graz - Die Tauchoperation eines US-Forscherteams im Toplitzsee ging am Sonntag zu Ende. Wie Genny Masterman von CBS bestätigte, sollen die Tauchgänge bis längstens zum Einbruch der Dunkelheit abgeschlossen sein, am Montag werden die Plattform und das Camp abgebaut. Über die Ergebnisse hüllt man sich offiziell weiter in Stillschweigen. Behördenvertreter ließen aber keine Zweifel darüber offen, dass keine bedeutende Funde gemacht wurden.

Ergebnisse im Oktober

"Die Ergebnisse sehen Sie im Oktober", sagte Masterman unter Hinweis auf die Dokumentation, die der Auftraggeber CBS drehte und im Herbst senden wird. Unmittelbar nach der Ausstrahlung in der Doku-Leiste "Sity Minutes II" werde die Cassette an den ORF übermittelt, der den Beitrag anschließend ebenfalls bringen wird.

Obwohl es keine verbrieften Zahlen gibt, war es sicher die bisher aufwendigste Tauchoperation am Toplitzsee: Kolportiert werden Kosten von rund einer Million Dollar.

Behördenvertreter, die ständig am Ponton auf dem See anwesend waren, winken bei Spekulationen ab, dass unbemerkt vielleicht doch interessante Funde gemacht worden sein könnten. Offiziell war ja nach Dokumenten gesucht worden, die Aufschluss über geraubtes jüdisches Vermögen geben sollten, das von den Nazis auf Schweizer Konten angelegt wurde.

Auch bei den jüngsten Tauchgängen seien nur einige Bündel falscher Pfundnoten in schlechtem Zustand an die Oberfläche geholt worden, hieß es von einem Beamten des Entminungsdienstes. (APA)

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