Technologie-Partner ins Netz holen

7. November 2006, 20:14
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Der Verband der Technologiezentren Österreichs (VTÖ) will die Netzwerke analysieren lassen, in die seine Mitglieder eingebunden sind

Mehr als 50 Technologie- und Impulszentren mit circa 1000 Unternehmen sind heute im Verband der Technologiezentren Österreichs (VTÖ) vertreten. Fast jedes Zentrum hat einen Schwerpunkt entwickelt, angepasst an die in der jeweiligen Region ansässigen Betriebe und deren Arbeit. Im Techno-Z in Salzburg zum Beispiel geht es um Multimedia, in Leoben werden unterschiedliche Bereiche der Logistik abgedeckt. In Hagenberg werden Softwarelösungen für die Industrie gebastelt, im Life Science Center Tirol widmet man sich den Themen Biomedizin oder Medizintechnik.

Die Zentren bezeichnen sich stolz als "Technologie-Broker" in den Regionen. Die Frage, ob wirklich alle Potenziale genützt werden, ob man mit Unternehmen, Fachhochschulen, Unis und anderen Zentren bestmöglich vernetzt ist, um Projekte effizient voranzutreiben und am Markt Erfolg zu haben, konnte man bisher freilich nicht beantworten.

Georg Kreilinger, Geschäftsführer der oberösterreichischen Technologiezentren in Braunau, Ried und Schärding und VTÖ-Vorstandsmitglied, hat deshalb nach einer Methode gesucht, diese Analyse auf hohem wissenschaftlichen Niveau durchzuführen, und ist auf die Netzwerkanalyse gestoßen. Schon einmal, vor drei Jahren, hat der VTÖ mit der in Wien und San Francisco ansässigen Forschungsgesellschaft FAS research von Harald Katzmair zusammengearbeitet.

Damals wurde untersucht, welche Firmen in welchen Zentren zu Hause sind und welche Partner sie außerhalb haben. Da einige Partner mehrfach genannt wurden, ergaben sich Querverbindungen zwischen den Zentren. Mithilfe einer eigens entwickelten Software wurden schließlich auf Basis dieser Erkenntnisse netzförmige Grafiken gezeichnet.

Im nun geplanten einjährigen Projekt "wollen wir schauen, wie wir uns noch besser organisieren können", sagt Wolfgang Rupp, Vorstandschef des Verbands. Ein recht komplexes Unterfangen. Zunächst werden die "Schwerpunkte der Verbandsmitglieder analysiert und Kompetenzen zugeordnet", so Katzmair. Danach sollen die einzelnen Akteure im Umfeld der Zentren identifiziert und die "individuellen egozentrierten IST-Netzwerke erhoben" werden, um im Vergleich mit einem SOLL-Netzwerk aufzuzeigen, wo Kooperationen auf der Hand lägen.

Fernziele

So sollen einstweilen mit 25 teilnehmenden Zentren Muster für ideale Netzwerkbildungen entstehen, die dann in weiterer Folge auch die übrigen Zentren anwenden könnten. Kreilinger zu den Fernzielen: "Wir brauchen passende Netzwerke für unterschiedliche Wertschöpfungsbereiche, wie z. B. Entwicklung, Produktion und Vertrieb. Dazu werden Geschäftsbeziehungen benötigt, die über die Region hinaus reichen; nicht nur rund um Braunau oder Oberösterreich könnten sich mögliche Partner finden, die für Kooperationen infrage kämen."

Der VTÖ, ein gemeinnütziger Verein, der hauptsächlich vom Wirtschaftsministerium (BMWA) unterstützt wird, verspricht sich von den Ergebnissen nicht nur Erkenntnisse über ideale Netzwerke, sondern auch Aufschlüsse über mögliche Schwerpunktbildungen. Nicht in jedem Zentrum hat sich bisher ein zentrales Thema herauskristallisiert, eine Analyse der Netzwerke, in die das Zentrum eingebunden ist, könnte dabei behilflich sein, hofft Kreilinger. Das Projekt soll 2007 umgesetzt werden. (Peter Illetschko/DER STANDARD, Printausgabe, 8. November 2006)

  • Die von FAS research bereits durchgeführte Analyse für den Verband der Technologiezentren Österreichs (VTÖ) bezog sich auf Partner der in den Technologiezentren ansässigen Unternehmen. Mehrfachnennungen ergaben Querverbindungen zwischen den Zentren.
    foto: der standard/fas

    Die von FAS research bereits durchgeführte Analyse für den Verband der Technologiezentren Österreichs (VTÖ) bezog sich auf Partner der in den Technologiezentren ansässigen Unternehmen. Mehrfachnennungen ergaben Querverbindungen zwischen den Zentren.

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