Russen riegeln Grosny ab

4. Juli 2000, 22:02

Angriff der Tschetschenen erwartet

Moskau - Als Reaktion auf eine Serie von Selbstmordanschlägen haben russische Truppen in Tschetschenien die Hauptstadt Grosny und drei weitere Städte abgeriegelt. Russische Medien berichteten am Dienstag, starke Truppenverbände seien an die Orte der fünf Explosionen der vergangenen Tage verlegt worden. Über das Fernsehen wurde gewarnt, dass jeder, der sich nach der Ausgangssperre auf der Straße aufhalte, ohne Vorwarnung erschossen werde. Die Explosionen von mit Sprengstoff beladenen Lastwagen hatten mindestens 37 Soldaten und Polizisten getötet und 74 verletzt.

Der unabhängige russische Fernsehsender NTW berichtete über in Tschetschenien kursierende Gerüchte über einen bevorstehenden Angriff der Tschetschenen auf Grosny.

Ein Sprecher der Tschetschenen bezeichnete am Montag die Selbstmordanschläge als "Beginn einer großen Operation gegen die russischen Truppen". Auch die russischen Geheimdienste berichteten von neuen Attentatsplänen der Tschetschenen. In Grosny wurde deshalb eine nächtliche Ausgangssperre verhängt. In der Nacht auf Dienstag wurde der Versuch eines Bombenanschlages auf das Verwaltungsgebäude des Staropromyslowski-Bezirks in der Hauptstadt vereitelt, meldete die russische Nachrichtenagentur Interfax. Im Keller des Gebäudes seien vier Kilogramm Sprengstoff und ein Zünder entschärft worden. (Reuters/dpa)

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