Googeln nach Österreich-Werbern

25. März 2007, 19:09
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Internet-Konzern nominiert Karl Pall als ersten Landesmanager - 5000 österreichische Firmen werben derzeit auf der Google-Plattform

Online-Werbung ist ein boomendes Geschäft, Google macht es vor. Die Google-Website, über die man das World Wide Web durchsuchen, aber mittlerweile auch Nachrichten und andere Dienste abrufen kann, ist eine der meistbesuchten Internetseiten der Welt. Seine Umsätze erzielt der US-Internetkonzern aus Online-Werbung und Medienkooperationen. Allein im abgelaufenen Quartal hat der Konzern auf diese Weise 2,69 Mrd. Dollar (2,12 Mrd. Euro) umbesetzt. Der Reingewinn ist in den abgelaufenen drei Monaten um 92 Prozent auf 733,4 Mio. Dollar gestiegen.

Österreich-Chef Pall

Jetzt will der weltweit bekannteste Suchmaschinen-Betreiber, der schon bisher mit einer eigenen Google.at-Site in Österreich tätig ist, auch den rot-weiß-roten Online-Werbemarkt noch intensiver beackern. Als ersten Österreich-Chef hat Google Karl Pall (45) bestellt. Pall war zuletzt geschäftsführender Gesellschafter des Mobile-Marketing-Firma 12snap. Zuvor war er bei Coca-Cola in leitender Marketingfunktion tätig.

Der Einstieg in Österreich sei Teil eines verstärkten Engagements in Europa, teilte das Unternehmen mit. Google wolle seinen Kunden auch in Österreich "das Maximum an Möglichkeiten, die das Internet der Online-Werbung bietet, gewährleisten".

18 Mio. Euro Werbeumsatz

Experten schätzen den heurigen Google-Werbeumsatz in Österreich auf rund 18 Mio. Euro. "Google gibt keine detaillierten Werbeumsätze für Länder bekannt", sagt dazu Christoph Pichler, Inhaber der CPC-Consulting, einer Agentur für Suchmaschinen- Marketing, im STANDARD-Gespräch. "Man kann aber davon ausgehen, dass mittlerweile mehr als 5000 Firmen – vom Horoskopanbieter bis zum Tourismusbetrieb – in Österreich via Google Werbung schalten." Wenn diese durchschnittlich 300 Euro pro Monat ausgeben, dann könnte schon obige Summe an Online-Werbe-Spendings aus Österreich bei der Google-Zahlstelle in Irland landen. Zwei weitere Millionen streiche das Konkurrenzunternehmen Yahoo ein.

Der Wettbewerb am rot-weiß-roten Online-Werbemarkt werde mit einer Google-Niederlassung zwar härter, ist Pichler überzeugt. Gefahr für die klassische Internet-Werbung (etwa Banner) sieht er jedoch keine: "Der Gesamtmarkt in Österreich beziffert sich für heuer auf rund 80 Millionen Euro." (kat, APA/DER STANDARD, Printausgabe, 8.11.2006)

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