EDV-Umstellung bei Bawag PSK mit Nebenwirkungen

17. November 2006, 10:15
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"Schaulustige" verhinderten Online-Banking - Kunden der Easybank konnten keine Services nutzen

Die BAWAG P.S.K. hat ihre größte Software-Umstellung in der Geschichte ohne gröbere Probleme über die Bühne gebracht. Am Montag kam es nur noch zu leichten Verzögerungen im Internet-Banking. Grund dafür seien allerdings nicht Software-Schwierigkeiten gewesen, sondern der Ansturm der Kunden, nachdem das System wegen der Umstellung von Freitagabend bis Sonntag stillgestanden war, sagte Unternehmenssprecher Thomas Heimhofer am Montagnachmittag.

Kein Service unter diesem URL

Kunden der BAWAG-Tochter Easybank beklagen ebenfalls Unzulänglichkeiten. Sie konnten sich einloggen – konnten allerdings keines der angebotenen Services nutzen.

Sechs Jahre

Durch die Software-Umstellung erhalten BAWAG und P.S.K. sechs Jahre nach dem Zusammenschluss konzernweit ein einheitliches EDV-System. Das Vorhaben war laut Kreditinstitut eines der größten EDV-Projekte in Europa. Die Kosten bezifferte Heimhofer am Montag mit 160 Mio. Euro. Die Bank verfügt nun nach ihren Angaben über das modernste IT-System, das im größten zentral gesteuerten Bankenvertriebsnetz Österreichs flächendeckend eingesetzt werden wird.

Nach der Umstellung arbeiteten die Systeme wieder einwandfrei

Wegen der Umstellung waren für die rund 1,2 Millionen BAWAG-P.S.K.-Kunden von Freitagabend 18 Uhr bis Sonntagmittag Bankomat-Behebungen (auch an Bankomaten anderer Banken), Kartenzahlungen an Bankomat-Kassen, Abhebungen an Foyer-Automaten und auch Internetbuchungen nur eingeschränkt bis gar nicht möglich. Nach der Umstellung arbeiteten die Systeme wieder einwandfrei, versicherte Heimhofer.

Auch in den Filialen und Postämtern, wo die Kundenbetreuer seit Montag ebenfalls mit einer neuen Software arbeiten, habe es am Montag "grosso modo keine Probleme" gegeben. Alle BAWAG-Mitarbeiter und auch die Postler in den rund 1.300 heimischen Postämtern seien im Vorfeld umfassend geschult worden, erklärte der Sprecher.

"Schaulustige"

Im Internet habe am Montag ein Großteil der rund 400.000 Online-Banking-Kunden auf die Seite geschaut. Neben jenen, die tatsächlich Buchungen vom Wochenende nachgeholt habe, seien darunter auch eine Reihe "Schaulustiger" gewesen, die sehen wollten, ob es auf der Webseite Neuerungen gibt. Mittlerweile sei der Andrang aber im Abflauen, sagte Heimhofer. Die Bank will in den nächsten Tagen über die Umstellung und die Neuerungen informieren.(APA/red)

  • Kunden der Easybank wurden am Montag so begrüßt

    Kunden der Easybank wurden am Montag so begrüßt

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