Verantwortlicher Tourismus

6. November 2006, 16:06
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Vatikan und Non-Profit-Organisation respect: Aufruf zu weltweit verantwortlicherem Umgang mit dem Thema Tourismus

Auf einer Konferenz von Touristen-Seelsorgern aus aller Welt, die am 06. November in Rom begonnen hat, will der Päpstliche Rat für die Seelsorge am Menschen darüber nachdenken, wie man noch besser an die mobilen Menschen von heute herankommen kann.

Erzbischof Agostino Marchetto vom Vatikan-Rat für mobile Pastoral sagte im Interview mit Radio Vatikan, die Herausforderung für Touristen-Seelsorger sei groß. "Es ist wichtig, Touristen vor Antritt der Reise darauf vorzubereiten, dass sie den kulturellen, sozialen und religiösen Gegebenheiten des Gastlandes mit Respekt und Achtung begegnen", sagte der Erzbischof.

Ein unverantwortlicher und achtloser Tourismus könne der einheimischen Bevölkerung und der Umwelt riesige Schäden zufügen. "Aufs Schärfste bekämpft werden muss jede Form von Tourismus, die in Menschenausbeutung ausartet; besonders, was Frauen und Kinder betrifft", sagte Marchetto im Hinblick auf den in einigen fernöstlichen Ländern gängigen Sex-Tourismus. Auch die Ortskirchen sollten sich bei der Aufnahme von Touristen stärker engagieren, wünscht sich der Vatikan.

Der Vatikan hat schon des Öfteren vor einer Ausbeutung der Entwicklungsländer durch den Tourismus gewarnt. Das Wohlergehen und die Unterhaltung weniger Privilegierter dürfe nicht auf Kosten der Lebensqualität vieler anderer gehen. Der Tourismus könne und müsse eine stärkere Rolle im Kampf gegen die Armut auf der Welt spielen, hatte der Papst betont. Das gelte in wirtschaftlicher, sozialer wie in kultureller Hinsicht. Gefragt sei eine "neue Fantasie der Nächstenliebe" samt Respekt vor Menschenwürde und Kultur der einheimischen Bevölkerung.

Non-Profit-Organisation respect

Bereits seit 10 Jahren befasst sich "respect" mit den Themen des Tourismus und der Nachhaltigen Entwicklung. Der Verein, der seinen Hauptsitz in Wien hat, widmet sich vorrangig dem weltweiten Tourismus und betrachtet die Entwicklung im Hinblick auf das Leben und die Lebensqualität der Menschen in "einer" Welt. Das geschieht in Kooperation mit der Österreichischen Entwicklungszusammenarbeit. Hauptaugenmerk ist ein verantwortungsvoller, fairer und nachhaltiger Tourismus in Ländern des Südens. Die Selbst- und Mitbestimmung der Menschen in den bereisten Ländern sind dabei wesentlich. Aber auch die Verantwortung der UrlauberInnen gegenüber der Länder die sie besuchen und die touristische Angebotsentwicklung will man in diesem Sinne beeinflussen.

Mit Informationsmaterialen, Unterrichtsmaterial für Jugendliche, Messeauftritten, Seminaren und Vorträgen versucht respect Reiseveranstalter und Reisende für nachhaltigen Tourismus zu sensibilisieren und zu verantwortungsvollem Handeln zu bewegen. Schwerpunkte der Arbeit von respect sind unter anderem der Schutz von Kindern vor kommerzieller und sexueller Ausbeutung, fairer Handel und faires Reisen sowie ökologischer Tourismus. Ein eigener Reiseführer, der auf der Homepage einsehbar ist, gibt UrlauberInnen Tipps für faires Reisen.

Fair Reisen statt Verreisen

Der Reiseführer "Reisen mit Respekt" wurde von der Österreichischen Entwicklungszusammenarbeit (EZA) herausgegeben. Er behandelt alle Fragen rund um das Verreisen und gibt hilfreiche Tipps für UrlauberInnen, denen ein respekt- und verantwortungsvoller Umgang mit anderen Ländern und Kulturen ein Anliegen ist. Themen wie Trinkgeld, Fotografieren, Einkaufen und Transport finden ebenso ihren Platz in dem Reiseführer wie Fragen zu Müllvermeidung und Energiesparen. Aber auch zu sensiblen Themen wie Bettelei und Armut oder Prostituion wird Stellung genommen und man erhält Tipps, wie man mit diesen Problematiken umgehen kann. Empfohlen wird beispielsweise, bettelnden Kindern zu helfen indem man Projekte für Kinder unterstützt. Es wird zum Wassersparen aufgerufen und zudem erfährt man die wichtigsten Verhaltensregeln im Umgang mit anderen Bräuchen und Religionen. Den gesamten Reiseführer gibt es auf der Homepage von respect als PDF-Download. (APA/red)

Link: respect - Institut für integrativen Tourismus und Entwicklung
EZA
  • Verantwortlicher Tourismus: Respekt vor den Menschen und der Natur in den Urlaubsländern
    foto: pixelquelle.de

    Verantwortlicher Tourismus: Respekt vor den Menschen und der Natur in den Urlaubsländern

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